Trotz Tourismus-Boom

Braunlage geht das Geld aus

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Braunlage - Der Tourismus boomt wie schon lange nicht mehr, doch das nützt Braunlage kaum etwas: Die Stadtkasse ist leer, der Zukunftsvertrag mit dem Land Niedersachsen zum Abbau des Haushaltsdefizits ist nicht zu halten.

Der Tourismus boomt wie schon lange nicht mehr. Vor allem über Mangel an Wintersportgästen kann sich Braunlage nach dem Ausbau des Skigebietes auf dem Wurmberg nicht beklagen. Trotzdem gerät der Harzer Ferienort finanziell immer stärker unter Druck. Obwohl die Stadt überall spare, könne sie den Zukunftsvertrag mit dem Land Niedersachsen nicht mehr erfüllen, sagte Bürgermeister Stefan Grote (SPD) am Donnerstag.

Nach der Fusion mit der finanziell ebenfalls notleidenden Gemeinde St. Andreasberg hatte Braunlage 2011 vom Land rund neun Millionen Euro zum Schuldenabbau bekommen. Dafür muss die Stadt das Haushaltsdefizit bis 2020 schrittweise bis auf Null verringern. Daraus wird aber nichts. Die "Goslarsche Zeitung" berichtete, dass der aktuelle Entwurf ein Defizit von 2,4 Millionen Euro enthält.

Die Einwohnerzahl sinkt weiter

Dies seien trotz aller Sparbemühungen 1,4 Millionen Euro mehr als nach dem Zukunftsvertrag zulässig ist, sagte Grote. Grund für die finanzielle Misere sei die ständig sinkende Einwohnerzahl. "Bei der Fusion Ende 2011 hatten wir zusammen noch rund 6200 Einwohner. Jetzt sind wir bei 5989." Die Sterberate liege wegen der Überalterung der Bevölkerung deutlich über der Geburtenrate. "Zudem ziehen weiterhin Leute weg."

Die leerstehenden Häuser als Ferienwohnungen zu nutzen, sei nicht schwer, sagte Grote. Das Problem sei aber: "Je weniger Einwohner man hat, desto weniger Zuweisungen gibt es vom Land." Der Tourismus-Boom spüle dagegen kaum Geld in die leere Gemeindekasse. Und Gewerbesteuerzahler gebe es in Braunlage kaum. "Wir haben nur einen produzierenden Betrieb."

Die Stadt will jetzt mit der Kommunalaufsicht beim Landkreis Goslar und dem Land über Lösungen verhandeln. "Wir wissen noch nicht, wie es weiter geht", sagte ein Kreissprecher. In der kommenden Woche werde es erste Gespräche geben.

dpa

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