Mit 65 Jahren gestorben

Braunschweigs Altbischof Weber ist gestorben

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Im Alter von 65 Jahren gestorben: Altbischof Friedrich Weber.

Braunschweig - Braunschweigs Altbischof Friedrich Weber ist tot. Der 65-Jährige starb nach schwerer Krankheit in der Nacht zum Dienstag. Weber war von 2002 bis 2014 Bischof in Braunschweig und ab 2005 auch als Catholica-Beauftragter für die Verständigung der evangelischen Kirche mit dem Vatikan zuständig.

Der braunschweigische Altbischof und früherelutherische Catholica-Beauftragte Friedrich Weber ist tot. Der 65-Jährige starb in der Nacht in einer Klinik in Frankfurt am Main, wie ein Sprecher der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig am Dienstag mitteilte. Weber hatte das Amt des Landesbischofs von 2002 bis April vergangenen Jahres inne. Im Herbst war er an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Sein Nachfolger, der Husumer Theologe Christoph Meyns, zeigte sich tief betroffen über den Tod seines Amtsvorgängers: „Er hat die Landeskirche erfolgreich durch schwierige Zeiten geführt.“

Von 2005 bis 2014 war der im hessischen Wetzlar geborene Weber auch Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands. Sechs Jahre lang stand er zudem an der Spitze der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen. Ihr gehören insgesamt 17 Kirchen an, auch die römisch-katholische. Im Jahr 2007 übernahm er den Vorsitz des Kuratoriums des Konfessionskundlichen Instituts des Evangelischen Bundes im südhessischen Bensheim. Seit 2012 war er überdies geschäftsführender Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa. In der sogenannten Meissen-Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland und der anglikanischen Kirche von England war der Ökumene-Kenner deutscher Co-Vorsitzender.

Weber studierte in Wuppertal, Göttingen und Oldenburg Theologie, Geschichte und Pädagogik. An der Universität Frankfurt am Main promovierte er in Kirchengeschichte. Im ostfriesischen Greetsiel wurde Weber 1975 auf das reformierte Bekenntnis ordiniert. Dort übernahm der Theologe, der mit einer aus Ostfriesland stammenden ehemaligen Lehrerin verheiratet war, seine erste Pfarrstelle.

Danach arbeitete er ab 1984 als Pfarrer und ab 1988 als Dekan im rheinhessischen Oppenheim bei Mainz. Von 1991 bis 2001 war er Propst (Regionalbischof) der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Wiesbaden. 2002 wurde er zum braunschweigischen Landesbischof gewählt. In Greetsiel wollte das Ehepaar auch seinen Ruhestand verbringen. Weber hinterlässt neben seiner Frau auch zwei Kinder und drei Enkel.

Zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig mit Sitz in Wolfenbüttel gehören 13 Propsteien mit etwa 370.000 Mitgliedern. Ihr Gebiet erstreckt sich von Wolfsburg bis an den Südrand des Harzes.

dpa/epd

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