„Demütigend, ekelig und beleidigend“

Bremen will Polizisten vor Spuckattacken schützen

Bremen - Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) will Polizisten besser vor Spuckattacken schützen. Er denke über die Anschaffung sogenannter Spuckschutzhauben nach, sagte er am Mittwoch in der Bürgerschaft auf eine Frage der Linken-Fraktion.

Die Hauben können zum Beispiel Festgenommenen übergestülpt werden, wenn die Gefahr besteht, dass sie Polizisten ins Gesicht spucken. Aus den Akten gehe hervor, dass es im kleinsten Bundesland etwa 50 solcher Attacken im Jahr gebe, eine genaue Statistik liege aber nicht vor. „Das Ganze ist für mich absolut widerlich“, sagte der Senator. Durch Anspucken könnten auch Infektionserkrankungen wie Hepatitis übertragen werden.

Der Wunsch nach einem Schutz der Beamten vor Anspucken sei aus den Reihen der Polizei gekommen, sagte der Sprecher der Innenbehörde, Rainer Gausepohl, am Rande der Bürgerschaftssitzung. Es komme zum Beispiel immer wieder vor, dass Verdächtige im Streifenwagen von der Rückbank aus Polizisten in den Nacken spucken. Ob eine politische Mehrheit den Einsatz von Spuckschutzhauben in Bremen unterstütze, sei aber fraglich. Die zuständige Innendeputation der Bürgerschaft will sich im November mit dem Thema befassen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte sich bereits im Juni über mangelnde Unterstützung aus der Politik für ihr Anliegen beklagt. „Wir lassen uns nicht länger mit ekelhaften und krankheitsübertragenden Sekreten anspucken“, heißt es in einer Veröffentlichung. „Fremder Speichel im Gesicht ist im höchsten Maße demütigend, ekelig und beleidigend“, beklagt die GdP. Die Beamten hätten außerdem Sorge vor Infektionen.

dpa

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