„Hurricane“-Bilanz der Polizei

Brennende Dixi-Klos und Schlägereien in Scheeßel

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Das "Hurricane" in Scheeßel gehört mit rund 70 000 Besuchern zu den größten Musikfestivals in Deutschland.

Scheeßel - Polizei und Feuerwehr hatten auf dem Hurricane-Festival in Scheeßel alle Hände voll zu tun. Neben Schlägereien und brennenden Dixi-Klos soll eine 19-Jährige Besucherin vergewaltigt worden seien. Im Vergleich der letzten fünf Jahre und angesichts von 73.000 Besuchern sei das Festival überwiegend friedlich verlaufen, betonte ein Polizeisprecher.

Schlägereien und Sexualdelikte haben die Polizei beim 17. Hurricane-Festival in Scheeßel im Kreis Rotenburg/Wümme auf Trab gehalten. Die Ordnungshüter zählten am Wochenende rund 300 Straftaten, darunter 28 Schlägereien, 96 Drogendelikte und 140 Diebstähle. „Es war gefühlt ein friedliches Festival“, zog Polizeisprecher Heiner van der Werp am Montag Bilanz.

Die Anzahl der Straftaten sei jedoch etwas höher als im Vorjahr. 22 Menschen seien dabei erwischt worden, wie sie unerlaubt über Zäune auf das Konzertgelände klettern wollten. Auch vier Sexualdelikte seien zur Anzeige gebracht worden, darunter eine Vergewaltigung. Eine 19-Jährige gab an, zwei junge Männer auf dem Festival kennengelernt zu haben und dann auf der Motorhaube eines Autos missbraucht worden zu sein. „Von beiden sind nur die Vornamen bekannt“, sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp. Die Organisatoren von Niedersachsens größtem Open-Air-Festival zeigten sich schockiert. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um die Straftat aufzuklären“, sagte der Sprecher des Konzertveranstalter FKP Scorpio, Carsten Christians, am Montag auf Anfrage. Eine 14-Jährige sei zudem sexuell belästigt worden, als sie im Wald ihre Notdurft verrichten wollte.

Auch die Feuerwehr hatte am Wochenende alle Hände voll zu tun. „Die Einsätze haben sich dieses Jahr mehr als verdoppelt“, sagte der Gemeindebrandleiter in Scheeßel, Stefan Podendorf. Die Veranstalter zogen am Montag dennoch eine positive Bilanz des Konzertmarathons. „Das Wetter hat uns erneut extrem auf die Probe gestellt, aber es lief wie immer supergut“, meinte Festivalsprecher Carsten Christians. Heftige Regenfälle hatten das Gelände zum Festivalauftakt in eine regelrechte Schlammwüste verwandelt.

Insgesamt zählte die Polizei rund 300 Straftaten, 64 mehr als 2012: 68 Mal entwendeten Taschendiebe Geldbörsen oder Smartphones, in 41 Fällen wurden Wertsachen aus Zelten gestohlen. Rund 400 Mal mussten die Rettungswagen ausrücken. Die Polizeibeamten nahmen 28 Anzeigen wegen Körperverletzung auf, darunter mehrere gegen Mitarbeiter des privaten Sicherheitsdienstes. Nach einer Rüge der Polizei wegen des überharten Vorgehend hätte sich die Lage aber entspannt, sagte Polizeisprecher van der Werp. Im Vergleich der letzten fünf Jahre und angesichts von 73.000 Besuchern sei das Festival überwiegend friedlich verlaufen, betonte er.

Das Hurricane in der 13.000-Einwohner-Gemeinde Scheeßel zwischen Bremen und Hamburg gehört mit rund 70.000 Besuchern zu den größten Musikkonzerten in Deutschland. Insgesamt spielten am Wochenende mehr als 90 Bands aus den Bereichen Rock, Pop und Electro, darunter die Gruppen Rammstein, Deichkind und Billy Talent. Das nächste Hurricane-Festival in Scheeßel ist vom 20. bis 22. Juni 2014 geplant.

dpa/frs/rör

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