Stadthagen

Briefkasten von SPD-Politiker Sebastian Edathy gesprengt

Stadthagen - Auf das Büro des Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy (SPD) in Stadthagen im Kreis Schaumburg ist offenbar ein Anschlag verübt worden. Verletzt wurde niemand, der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Unbekannte haben in der Nacht zum Donnerstag den Briefkasten des SPD-Bürgerbüros von Sebastian Edathy in der Stadthäger Innenstadt gesprengt. Dies teilte der Schaumburger Bundestagsabgeordnete am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite mit.

Dietmar Scholz, Leiter des Fachkommissariats Staatsschutzdelikte bei der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, teilte auf Anfrage mit, ein aufmerksamer Bürger habe die Explosion in der vergangenen Nacht gehört und umgehend die Polizei informiert. Der Angriff hat sich nach Polizeiangaben gegen 0.20 Uhr ereignet. Als die Beamten vier Minuten nach dem Alarmruf eintrafen, lagen die Teile des Briefkastens verstreut vor dem Büro. „Die Art und Weise der Zerstörung steht derzeit noch nicht fest“, heißt es in einer Polizeimeldung. Noch würden die Spuren ausgewertet.

Das Parteibüro von Sebastian Edathy in Stadthagen. Foto: Roger Grabowski

Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen, einen konkreten Hinweis auf den oder die Täter gibt es bislang nicht. Ein politischer Hintergrund könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, hieß es bei der Polizei.

Edathy wollte sich zu möglichen Spekulationen über ein politisches Motiv nicht äußern, kündigte für diesen Fall jedoch schon an, dass er sich von derartigen Angriffen nicht beeindrucken lasse. „Falls das ein Einschüchterungsversuch gewesen sein sollte, wird er wirkungslos bleiben.“ Der 43-Jährige leitet den Ausschuss des Bundestages, der die Verbrechen der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ untersucht. Der Sohn eines indischen Vaters und einer deutschen Mutter ist seit 1998 im Bundestag. Er wurde immer direkt gewählt, 2009 mit dem drittbesten Erststimmenergebnis der SPD in Niedersachsen.

In der Nähe seines Büros in Stadthagen wurde zum Zeitpunkt des Anschlags ein Pärchen gesehen, das möglicherweise zur Aufklärung der Tat beitragen könnte. Seitens der Polizei heißt es, dass die beiden ausdrücklich nicht als Verdächtige gesehen werden.

Axel Wagner

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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