Marode

Bund plant zwei neue Fehmarnsund-Brücken

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Kiel - Als Ersatz für die marode Fehmarnsund-Brücke plant die Bundesregierung den Bau von gleich zwei neuen Brücken. Das sagte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), dem NDR. Die Regierung ist unter Zugzwang, denn schon bald könnte es auf der Insel eng werden.

Geplant sind laut Ferlemann eine Brücke für den Zug- und eine Brücke für den Straßenverkehr. Fertiggestellt sein sollen die Brücken im Jahr 2025. Lediglich ein Planfeststellungsverfahren stehe noch aus, bis mit dem Bau begonnen werden könne.

Die Fehmarnsund-Brücke verkraftet nach Expertenansicht nicht die erwarteten künftigen Belastungen. Dies erbrachte ein Gutachten, das am Mittwoch im Bundesverkehrsministerium vorgestellt wurde. Demnach bewältigt die über 50 Jahre alte Fehmarnsund-Brücke zwar den aktuellen Verkehr, wie ein Sprecher des Kieler Verkehrsministeriums der dpa sagte. Mit der bis 2022 geplanten Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels nach Dänemark werde sie aber der steigenden Belastung nicht mehr standhalten.

Diese zunehmenden Belastungen kommt vor allem aus Richtung Dänemark. Bis spätestens Ende 2021 will das Nachbarland einen kombinierten Auto- und Eisenbahntunnel nördlich von Fehmarn bauen. Derzeit rollen täglich gut 5300 Fahrzeuge über die Fehmarnsundbrücke. Nach Angaben der dänischen Planungsgesellschaft Femern A/S, die für den Bau des 17 Kilometer langen Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark verantwortlich ist, soll das dortige Verkehrsaufkommen nach dessen Eröffnung Ende 2021 zunächst auf 8000 Lkw, Busse und Pkw pro Tag und fünf Jahre später auf 10 800 Fahrzeuge pro Tag ansteigen. Sollte dann keine für solche Kapazitäten ausgelegte Brücke auf das deutsche Festland führen, droht Fehmarn der totale Verkehrskollaps.

dpa/mic

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