Ehemalige First Lady

Carla Bruni hat ihre Freiheit zurück

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Steht bald wieder auf der Bühne: Carla Bruni geht im April auf Tournee.

Paris - Nicolas Sarkozy hat im Mai die Wahl verloren – seine Frau Carla Bruni hat damit ihre Freiheit wiedergewonnen. Die Zeit an der Seite des französischen Präsidenten im Élysée-Palast habe sie eingeschränkt, klagte das ehemalige Topmodel seither, fühlte sie sich doch ständig von der Öffentlichkeit beäugt.

Nach der Geburt von Tochter Giulia im Oktober 2011 hätten Carla Bruni die hämischen Kommentare über ihr Äußeres sehr verletzt.

Jetzt aber kann sich die 45-Jährige nicht nur heimlich in den Künstlerhaushalt eines Kultpaares der siebziger Jahre träumen, sondern darf auch wieder öffentlich darüber singen. „Bei Keith und Anita“ heißt die jetzt vorgestellte erste Single ihres neuen Albums „Little French Songs“, das am 1. April erscheint. Gewidmet ist es einem der berühmtesten Rock-­’n’-Roll-Paare der siebziger Jahre: dem Gitarristen der Rolling Stones, Keith Richards, und seiner langjährigen Freundin Anita Pallenberg, Italienerin wie Bruni, ehemaliges Model, Schauspielerin und Muse der Kultband. Auch Bruni selbst hat Verbindungen zu der Gruppe, soll doch Sänger Mick Jagger einer ihrer zahlreichen Liebhaber gewesen sein.

„Ich bin bei Keith und Anita“, singt die frühere Première Dame mit ihrer unverwechselbar rau-samtenen Stimme, wie üblich begleitet von einer akustischen Gitarre. „Es ist früher Morgen, aber wir sind noch wach. Einer dreht sich einen Joint. Oh nein danke, ich rauche nicht.“ Anders als frühere Texte aus Brunis Feder ist er zwar ironisch, aber politisch korrekt und frei von erotischen Anspielungen. 2008 hatte sie erboste Proteste der kolumbianischen Regierung provoziert mit ihrem anzüglichen Lied „Du bist mein Stoff“. „Tödlicher als afghanisches Heroin, gefährlicher als kolumbianisches Kokain“, hatte sie darin geträllert.

In ihrer Rolle als First Lady Frankreichs hatte sie nach der Veröffentlichung des dritten Albums ihre Karriere als Chanson-Sängerin eingestellt und auf Bühnen-Auftritte verzichtet, aber weiterhin privat Lieder geschrieben. Brunis Rückkehr in die Öffentlichkeit hatte sich bereits angekündigt mit Interviews für Magazine und Werbeanzeigen. Nun hat sie einen Plattenvertrag beim Label Barclay unterzeichnet und will im Herbst auf Tournee in Frankreich gehen. Eine Wiederholung des Erfolges ihres ersten Albums „Quelqu’un m’a dit“ scheint jedoch fraglich. Durch die Heirat mit einem konservativen Politiker hat Bruni, die sich bis dahin zu den Linksintellektuellen zählte, auch viele Anhänger verloren.

Auf dem neuen Album präsentiert sie sich als eine Mischung der frechen Göre von einst und der liebenden Ehefrau von heute. So findet sich nicht nur eine Hymne auf die Zigarette mit „Pour faire comme Gainsbourg“ („Um es wie Gainsbourg zu machen“), sondern auch auf ihren Mann mit dem Lied „Mon Raymond“ („Mein Raymond“): „An meinem Raymond ist alles gut, man kann nicht sagen, dass er zögert, um den Rubikon zu überschreiten.“

Birgit Holzer

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