Wohin mit Atommüll?

Castoren sollen nach Lubmin

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Foto: Vorstoß in der Zwischenlager-Debatte: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig.

Berlin - Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern als Ersatz für das Zwischenlager Gorleben ins Gespräch gebracht.

Damit setzt er Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) unter Druck, der neben Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) und Philippsburg (Baden-Württemberg) einen dritten Standort für 26 Castorbehälter sucht, die im Zuge des Endlagerkompromisses nicht mehr ins Wendland gehen sollen. Albig spricht für die SPD-geführten Länder, Lubmin ist als einziges Lager in der Regie des Bundes.

Einen Transport der atomaren Behälter nach Lubmin lehnt die Bundesregierung bislang allerdings ab. Es gebe dort zu wenige Stellplätze, argumentiert das Bundesumweltministerium. Bundesumweltminister Altmaier hatte zuvor bei einem Gespräch mit den Vorstandsvorsitzenden der Energiekonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW neben Brunsbüttel (bis zu 14 Behälter) und Philippsburg (fünf Behälter) zwar das niedersächsische Zwischenlager Unterweser als seinen Favoriten genannt.

Staatskanzlei irritiert

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) aber wird diesem Vorschlag nicht zustimmen. Weil war laut Informationen der HAZ nicht von Altmaier vorab über dessen Vorschlag informiert worden. Entsprechend irritiert reagierte die Staatskanzlei in Hannover. Weil hatte zuletzt mehrmals betont, dass für ihn Unterweser keine Option sei. Altmaiers Verhandlungen mit den Stromkonzernen brachten auch abseits der Zwischenlager-Frage keine Fortschritte. Aktuell fordern die Unternehmen unter anderem die Übernahme aller Zusatzkosten für die technische Ertüchtigung anderer Zwischenlager für die Castor-Transporte. (kol)

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