Pannen im Gefängnis Altiplano

"El Chapo" auf dem Weg zu alter Macht

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Foto: "Wanted again" - wieder gesucht: Ein Bild von "el Chapo" an einem Zeitungsstand in Mexiko-Stadt.

- Hinter den Mauern vom Altiplano-Gefängnis sitzen die gefährlichsten Kriminellen Mexikos. Der Ausbruch von Joaquín "El Chapo" Guzmán offenbart gravierende Mängel in der eigentlich sichersten Haftanstalt des Landes. Und Mexiko bleibt nichts anderes übrig, als 3,4 Millionen Euro Kopfgeld auszusetzen.

  1. In der Altiplano-Haftanstalt sitzt die Spitze der mexikanischen Unterwelt.
  2. Die Behörden suchen nach den Fluchthelfern unter den Gefängnisangestellten.
  3. Auf Hinweise, die zur Ergeifung von "El Chapo" führen, wurde eine Belohnung von 3,4 Millionen Euro ausgelobt.

Die Liste der Insassen im Altiplano-Gefängnis liest sich eindrucksvoll. Die Creme de la Creme der Mexikanischen Unterwelt sitzt hier ein - man könnte sagen: von jedem Klan einer. Die prominentesten sind Servando Gómez Martínez alias "La Tuta" von den Tempelrittern, der frühere Chef des Verbrechersyndikats "Los Zetas", Miguel Treviño Morales, und Miguel Ángel Félix Gallardo vom Guadalajara-Kartell.

Der prominenteste Häftling, Joaquín "El Chapo" Guzmán, spazierte am Wochenende durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel in die Freiheit. Für seinen spektakulären Ausbruch war der Chef des mächtigen Drogenkartells von Sinaloa auf zahlreiche Helfer angewiesen. Der Coup zeigt, wie weit sein Arm auch noch aus dem Gefängnis reichte und wie korrupt die Sicherheitskräfte des Landes anscheinend sind. "Er hat alles Geld der Welt und viele Leute, die bereit sind, ihm zu helfen", sagte der ehemalige Chef der US-Antidrogenbehörde DEA, Peter Bensinger, der Zeitung "USA Today".

El Altiplano gilt als eine der sichersten Haftanstalten des Landes, entspricht internationalen Standards, eigentlich. Ein Großteil des Gebäudes werde mit Videokameras überwacht, zudem habe "El Chapo" eine elektronische Fessel getragen. Nun ist der Gefängnisdirektor sei bereits entlassen worden - und der Generalstaatsanwaltschaft bleibt nicht anderes übrig, als ein Kopfgeld auf den Flüchtigen auszusetzen: 3,4 Millionen Euro für einen Hinweis, der zu seiner Ergreifung führt.

Wenn "El Chapo" nicht schnell ergriffen werde, könne er für immer verschwunden sein, warnte der ehemalige Leiter der internationalen DEA-Operationen, Michael Vigil. Sollte er es erstmal in seine Hochburg im Dreieck zwischen Sinaloa, Durango und Chihuahua schaffen, dürfte er tatsächlich kaum noch zu fassen sein. "El Chapo" kennt sich in dem unwegsamen Gelände bestens aus und kann auf Rückhalt bei den Einwohnern bauen.

Dort dürfte Guzmán schnell wieder die Kontrolle über sein Kartell übernehmen. Es wurde während seiner 16-monatigen Haft von seinem Kompagnon Ismael "El Mayo" Zambada und seinem Nachfolger Dámaso López recht reibungslos weitergeführt. Das Kartell soll allein mit dem Drogenhandel jährlich Milliarden US-Dollar umsetzen. Außerdem ist es in Produktpiraterie, Menschenhandel und Erpressung von Schutzgeld verwickelt.

dpa

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