45 Tote bei Angriff

"Chef-Schlächter" der Boko Haram festgenommen

+
Boko Haram-Terroristen in Nigeria.

Abuja - Bei ihrem Kampf gegen islamischen Terrorismus greift die Polizei in Nigeria jetzt härter durch. Es gibt Festnahmen. Aber die Gruppe tötet weiter.

Nigerianische Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben einen der Anführer der berüchtigten Terrorgruppe Boko Haram festgenommen. Mohammed Zakari, der sich selbst auch als „Chef-Schlächter“ der Islamisten bezeichnet, sei am Wochenende im Nordosten des Landes in der Nähe des Balmo-Waldes aufgespürt worden, teilte Polizeisprecher Frank Mba am Dienstag mit. Er war offenbar auf der Flucht, nachdem das Militär Stützpunkte der Gruppe in dem Waldgebiet ausfindig gemacht und eine Anti-Terror-Operation gestartet hatte.

Zakari soll für zahlreiche Morde verantwortlich sein. Zuletzt war er offenbar an Anschlägen im Bundesstaat Bauchi und einem Blutbad an sieben Menschen beteiligt. Unter den Opfern waren auch mehrere Frauen und Kinder. Die Polizei hoffe, durch mögliche Aussagen des Mannes weitere Verdächtige festnehmen zu können, hieß es.

"Gott ist groß"-Rufe

Erst am Montag hatten mutmaßliche Mitglieder der Boko Haram im Bundesstaat Borno erneut ein Dorf gestürmt und mindestens 45 Menschen getötet. Die Angreifer seien mit rund 20 Autos und Motorrädern in den Ort Dille im Bundesstaat Borno eingedrungen und hätten zahlreiche Häuser und Geschäfte angezündet, berichtete die Zeitung „Punch“. Anschließend schossen sie wahllos auf die Anwohner.

Ein Polizeibeamter, der anonym bleiben wollte, sprach von „über drei Dutzend“ Opfern. „Wir wurden von arabischen Rufen "Gott ist groß!" aufgeweckt und hörten Schüsse“, sagte ein Zeuge. „Dann warfen die Täter Benzinbomben in die Häuser.“ Dutzende Menschen seien auf der Flucht.

Die Boko Haram verübt seit 2009 immer wieder schwere Anschläge und konzentriert sich dabei vor allem auf den Norden des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas. Tausende Menschen sind den Extremisten bereits zum Opfer gefallen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare