News-Ticker

Corona-Fallzahlen in Deutschland beinahe wieder auf Rekordwert - RKI kündigt gigantische Studie an

Die Corona-Fallzahlen steigen wieder schneller in Deutschland. Das Virus breitet sich aus. Entsprechend werden die Maßnahmen wieder restriktiver, dazu kommen neue Bußgelder.

  • Die Corona*-Neuinfektionen steigen auch in Deutschland weiter an, nachdem sich die Lage eigentlich stabilisiert hatte.
  • Hotspots in Deutschland versuchen mit strikten Corona-Regeln die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen.
  • Die weiteren Entwicklungen finden Sie hier in unserem neuen News-Ticker.

Update vom 1. Oktober, 11.50 Uhr: Wie durchseucht ist Deutschland? Wie viele Menschen in Deutschland haben tatsächlich eine Corona-Infektion durchgemacht? In einer großangelegten Studie will das Robert-Koch-Institut* (RKI) und das Deutsche
Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) dieser Frage nun nachgehen. 34.000 Erwachsene sollen dafür freiwillig getestet werden, teilte das RKI am Donnerstag mit. Per Post erhalten die Probanden demnach entsprechendes Testmaterial für einen Mund-Nasen-Abstrich und einen Antikörpertest. Für den Antikörpertest werde eine kleine Blutprobe aus dem Finger entnommen. Die Studie „Leben in Deutschland – Corona-Monitoring“ soll im Oktober starten und bis Ende Dezember 2020 dauern. Bei einem Hinweis auf eine bestehende Infektion sollen die Betroffenen umgehend informiert werden.

„Die Studie wird unser Bild zum bisherigen Sars-CoV-2-Geschehen in Deutschland weiter vervollständigen“, sagte RKI-Chef Lothar Wieler. Die Befragungsdaten werden mit dem Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am DIW Berlin verknüpft. In den kommenden Jahren könnten so auch Langzeitfolgen einer Corona-Infektion beobachtet werden.

Münchner Wirt gewinnt Corona-Klage gegen Versicherung

Update vom 1. Oktober, 10.53 Uhr: Ein Münchner Gastwirt (Augustinerkeller) hat vor dem Münchner Landgericht gegen seine zahlungsunwillige Versicherung geklagt. Wie *tz.de berichtet, hat das Gericht nun ein überraschendes Urteil gesprochen. Die Entscheidung könnte als Signal für andere Gastronomen sein, die kurz vor der Pleite stehen.

Corona-Krise in Deutschland: Berliner Szenebezirk lehnt Hilfe der Bundeswehr ab

Update vom 1. Oktober, 10.25 Uhr: Tausende Soldaten helfen in der Corona-Krise bei der Kontaktverfolgung. Einige Regionen bitten sogar um die Hilfe der Bundeswehr, wenn die Infektionszahlen plötzlich steigen. In Berlin Friedrichshain-Kreuzberg dagegen läuft das anders. Der Berliner Bezirk lehnt die Hilfe der Bundeswehr kategorisch ab, obwohl die Corona-Fälle extrem steigen, berichtet der Tagesspiegel. Die Infektionsketten nachzuverfolgen, gilt als eines der wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen Sars-CoV-2. In Friedrichshain-Kreuzberg wurde schon bei der ersten Infektionswelle eine Unterstützung der Bundeswehr abgelehnt, so der Tagesspiegel. Im August hatte der Berliner Landesverband der Linkspartei demnach einen Antrag mit dem Titel „Bundeswehr raus aus den Gesundheitsämtern“ beschlossen. Eine schleichende Vermischung von ziviler und militärischer Kompetenz solle verhindert werden.

In elf Berliner Bezirken kommen 60 Soldatinnen und Soldaten jedoch bereits zum Einsatz. Nun sollen noch einmal 180 dazukommen. Ob in Friedrichshain-Kreuzberg weiter auf die Hilfe der Bundeswehr verzichtet, wird sich an diesem Donnerstag entscheiden. Die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung hat einen Dringlichkeitsantrag eingebracht. Die Gesundheitsämter arbeiten seit Monaten am Limit.

Im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg steigen die Corona-Zahlen (Symbolfoto).

Corona in Deutschland - RKI meldet etwa 24.300 aktive Fälle

Update vom 1. Oktober, 6.36 Uhr: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hat Deutschland die Schwelle von 2.500 Corona-Neuinfektionen überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten 2.503 neue Fälle, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen (1. Oktober) mitteilte. Das sind nur knapp weniger als am Samstagmorgen, als mit 2.507 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der höchste Wert seit Ende April gemeldet worden war. In Deutschland sind derzeit etwa 24.300 aktive Fälle bekannt.

Im Landkreis Rhön-Grabfeld in Nordbayern, in der Stadt Hamm, der Stadt Remscheid und im Bezirk Berlin-Mitte ist der kritische 7-Tages-Inzidenz-Wert von 50 überschritten. Dort wurden in der letzten Woche über 50 Personen je 100.000 Einwohner positiv auf das Virus getestet. Für ganz Deutschland lag der 7-Tages-Richtwert mit Datenstand vom 29. September bei 14,5.

Coronavirus in Deutschland: Spahn stellt Revolution in Sachen Tests in Aussicht

Update vom 30. September, 19.47 Uhr: Für die Zukunft des Zusammenlebens mit dem Coronavirus in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) heute erneut ein Puzzleteil vorgestellt: Zu den aktuell bereits vorhandenen Testmöglichkeiten sollen weitere hinzukommen - wobei er sich nicht auf einen konkreten Zeitpunkt festlegen lassen wollte. „Es wird - ich kann Ihnen nicht genau sagen wann, aber absehbar, weil die Unternehmen daran arbeiten - auch den Heimtest geben können.“

Wann die Tests zum Einsatz kommen und wer die Kosten übernimmt, müsse noch geklärt werden. Vorstellbar sind etwa Schnelltests vor dem Besuch in einem Pflegeheim. Weil eine Infektion mit dem Coronavirus meldepflichtig ist, müssen die Tests auch von den Behörden genehmigt werden.

Corona: Berlin meldet Zahlen wie im Lockdown

Update vom 30. September, 19.21 Uhr: Berlin hat heute einen Rekordanstieg an Neuinfektionen gemeldet: Die 288 hinzugekommenen Fälle an einem Tag wurden zuletzt im März gemeldet, direkt nach dem Beginn des Lockdowns.

Nach dem tagesaktuellen Lagebericht des RKI werden zwar immer mehr Tests vorgenommen - doch auch die Positivenquote der Tests steigt an. Dass aktuell 1,22 Prozent aller Tests positiv ausfallen, ist ein Höchstwert, der zuletzt vor 14 Wochen erreicht wurde. Unterdessen hat das RKI aber auch gute Nachrichten im Zahlendschungel: Der R-Wert ist heute wieder auf unter 1 gesunken: Aktuell liegt er bei 0,96.

Coronavirus in Deutschland: NRW verschärft die Regelungen und erhöht Bußgelder

Update vom 30. September, 12.23 Uhr: Nordrhein-Westfalen (NRW) führt ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro bei falschen Kontaktangaben ein. Das teilte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf mit. Ein falscher Namenseintrag sei „kein Kavaliersdelikt“, sagte Laumann. Zu zahlen ist die Strafe demnach von denjenigen, die die falschen Kontakte auf den Listen zur Corona-Nachverfolgung angeben. Aber auch Wirte müssen die Angaben auf den Listen auf Plausibilität überprüfen. 

Private Feiern zu herausragenden Anlässen wie Hochzeiten mit mehr als 50 Gästen müssen in NRW künftig den Behörden gemeldet werden. Das gilt nur für Feiern außerhalb des privaten Bereichs etwa in Gaststätten. Die Feiern müssten mindestens drei Werktage vorher beim örtlichen Ordnungsamt angemeldet werden. Außerdem müsse eine für die Feier verantwortliche Person benannt werden. Für die Veranstaltung müsse eine Gästeliste geführt werden. Unverändert gelte die Höchstgrenze von 150 Gästen für private Feiern im öffentlichen Raum.

Die Höhe des Bußgelds und weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus werden in der aktualisierten Corona-Schutzverordnung für NRW festgelegt. Diese tritt am Donnerstag in Kraft.

In der Adventszeit dürfen Geschäfte in NRW sonntags von 13 bis 18 Uhr öffnen, kündigte der NRW-Gesundheitsminister zudem an. Damit solle das Gedränge in Fußgängerzonen an den Adventssamstagen entzerrt werden. Es handele sich um eine einmalige Maßnahme in der Corona-Pandemie. Das Land wolle damit nicht den Sonntagsschutz aushöhlen. Auch Weihnachtsmärkte werden unter Auflagen erlaubt (siehe Update vom 29. September 11 Uhr).

NRW-Gesundheitsminister stellt die neue Corona-Schutzverordnung vor.

Corona in Deutschland: RKI meldet fast 24.000 aktive Corona-Fälle

Update vom 30. September, 09.25 Uhr: Schwächt sich die Zahl der Neuinfektionen ab? In den vergangenen 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1798 neue Corona-Infektionen und 17 Todesfälle an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. Am Dienstag waren es noch 2.089 Corona-Fälle (siehe Update vom 29. September, 9 Uhr). Derzeit gibt es in Deutschland rund 23.733 aktive Corona-Fälle.

Ein leichter Anstieg zeichnet sich inzwischen bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Intensivmedizinisch werden 352 Corona-Infizierte behandelt, 195 davon werden beatmet. Das geht aus dem aktuellen RKI-Lagebericht (29. September 12.15 Uhr) hervor. Vor einer Woche wurden 278 Corona-Patienten auf der Intensivstation behandelt, von denen 151 beatmet werden mussten. In der Woche zuvor hatte der Wert noch niedriger gelegen. Rund 8900 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei. 

Intensivmedizinische Covid-19-Fälle davon beatmet
29. September352195
22. September278151
15. September236129

Coronavirus in Deutschland: RKI-Fallzahlen vom 30. September 2020, 0 Uhr

  • Bisher wurden in Deutschland 289.219 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Davon starben 9488.
  • Mehr als 254.200 Menschen haben nach RKI-Schätzungen eine Infektion überstanden.
  • Derzeit gibt es in Deutschland rund 23.733 aktive Corona-Fälle.
  • Die Reproduktionszahl - kurz R-Wert - lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Dienstag bei 1,12 (Vortag: 1,18). Das 7-Tage-R liegt 1,03 (Vortag: 0,98).

Update vom 30. September, 08.30 Uhr: Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg, hat die Bund-Länder-Einigung auf gezielte, regionale Anti-Corona-Maßnahmen als „Schritt in die richtige Richtung“ gelobt. „Im Osten, in Mecklenburg-Vorpommern, ist die Epidemie ganz, ganz anders als in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen. Deswegen ist es sinnvoll, dass wir diese angepassten Regeln haben, die in Kraft treten, wenn die Epidemie bestimmte Grenzwerte zeigt“, sagte Salzberger am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag auf regionale Gegenmaßnahmen verständigt, wenn die Neuinfektionszahlen in Landkreisen bestimmte Schwellenwerte übersteigen. Dann soll es in diesen Regionen etwa Beschränkungen bei der Teilnehmerzahl von privaten Feiern geben.

Update vom 29. September, 20.18 Uhr: Berlin hat angesichts der gestiegenen Corona-Zahlen verschärfte Maßnahmen verhängt. nach dpa-Informationen gilt bei privaten Feiern im Freien eine maximale Teilnehmerzahl von 50 Personen, in geschlossenen Räumen dürfen 25 Menschen zusammenkommen. Damit wurden die Beschlüsse des Corona-Gipfels von Bund und Ländern umgesetzt.

Neu ist auch eine allgemeine Maskenpflicht in Büro- und Verwaltungsgebäuden. Beim Arbeiten am Schreibtisch soll die Regelung nicht greifen, wie es hieß.

Corona in Deutschland: Mindestbuße 50 Euro? Schleswig-Holstein geht eigenen Weg

Update vom 29. September, 18.14 Uhr: Wer in einem Restaurant oder Lokal falsche Angaben zu seiner Person macht, dem droht in Schleswig-Holstein künftig ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro. Das kündigte Ministerpräsident Daniel Günther von der CDU an. Zuvor hatten die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Videoschalte mit Kanzlerin Angela Merkel ein Mindestbußgeld von 50 Euro beschlossen.

Coronavirus in Deutschland: Illegale Tanzparty - Wirt muss 5000 Euro Bußgeld zahlen

Update vom 29. September, 18.07 Uhr: Ein Berliner Gastronom muss nach einer Tanzparty 5000 Euro Bußgeld zahlen. Bei der Veranstaltung seien die Corona-Hygienevorschriften massiv verletzt worden, teilte der Bezirk Berlin-Mitte am Dienstag mit. Seit Ende Juni wurden demnach mehr als 1000 Anzeigen beim Innendienst des Ordnungsamts erfasst. In dem Bezirk liegen Ausgehmeilen wie die Torstraße. In den vergangenen Monaten löste die Berliner Polizei immer wieder Partys mit teils Hunderten Teilnehmern auf. Angesichts gestiegener Infektionszahlen in der Hauptstadt hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) eine konsequentere Umsetzung von Corona-Regeln gefordert.

Corona-Krise in Deutschland: Merkel gibt neue Corona-Regeln bekannt

Update vom 29. September, 17.16 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt ein Statement nach dem Corona-Gipfel im Kanzleramt ab. Die Kanzlerin informiert über die neuen Corona-Regeln. Auch Lüften ist Thema.

Corona in Deutschland: Virologe Streeck zieht bitteres Sommer-Fazit

Update vom 29. September, 17.04 Uhr: Virologe Hendrik Streeck hat sich in einem Interview über die Corona-Lage in Deutschland geäußert. Sein Fazit ist bitter. Chancen werden in der aktuellen Debatte verpasst. Streeck glaubt, in Deutschland herrsche zu viel Angst vor dem Coronavirus.

Corona-Intensivpatienten - Zahl steigt seit Mitte September

Update vom 29. September, 14.10 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Patienten, die im Krankenhaus auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, steigt. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. 353 Corona-Patienten müssen derzeit intensivmedizinisch behandelt und 191 der Intensivpatienten müssen beatmet werden (Stand: 28. September). Am 21. September lag die Zahl der Intensivpatienten noch bei 267. Das ist ein deutlicher Anstieg, auch wenn die Zahl nach wie vor sehr gering ist.

Weihnachtsmärkte in Corona-Zeiten: NRW will Stehtische erlauben

Update vom 29. September, 11 Uhr: Das Coronavirus stellt die Welt seit Monaten auf den Kopf, seit Beginn des Jahres breitet sich das Virus weltweit weiter aus. Ein Ende der Pandemie ist bislang noch nicht absehbar. Doch Winterfans müssen vermutlich doch nicht auf alle Vorteile der kalten Jahreszeit verzichten. Denn wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gegenüber der Rheinischen Post erklärt, könnten sogar die beliebten Weihnachtsmärkte vermutlich stattfinden.

Demnach werde versucht, Weihnachtsmärkte unter Corona-Bedingungen stattfinden zu lassen. „Wir werden bei den Weihnachtsmärkten Stehtische statt wie bislang ausschließlich Sitzplätze gestatten“, erklärte Laumann weiter. Außerdem müsse gewährleistet werden, dass die Stände auseinandergezogen seien und Betreiber der Glühweinstände auf Abstände und beispielsweise auf Nachverfolgung acht geben müssten, berichtet rp-online.

Corona in Deutschland: RKI meldet neue Zahlen - 2000er-Grenze erneut geknackt

Update vom 29. September, 9 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland steigt weiter an, erneut melden die Gesundheitsämter einen Anstieg, der die 2.000er-Grenze reißt. Wie das Robert-Koch-Institut am Dienstag meldet, wurden in den vergangenen 24 Stunden rund 2.089 Personen positiv auf das Virus getestet. Den höchsten Anstieg verzeichnet Nord­rhein-West­falen, 564 Personen wurden in dem Bundesland am Montag positiv auf das Virus getestet. Bayern ist mit etwa 407 Neuinfektionen ebenfalls stark betroffen, Baden-Württem­berg verzeichnet 308 neue Fälle.

Corona in Deutschland: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter an

Update vom 29. September, 7.05 Uhr: Während die Diskussionen um strengere Maßnahmen nicht abreißen (siehe Update vom 28. September, 23.30 Uhr), steigen die Infektionszahlen in Deutschland weiter an. Wie n-tv am Montagabend unter Berufung auf die Meldungen der Gesundheitsämter berichtet, seien in den vergangenen 24 Stunden rund 1643 Personen positiv auf das Virus getestet worden. Demnach soll Bayern die meisten Neuinfektionen am Montag gemeldet haben. Wie hoch die offiziellen Zahlen jedoch sind, stellt sich erst am Dienstagvormittag heraus. Dann veröffentlicht das Robert Koch-Institut die offiziellen Fallzahlen.

Corona in Deutschland: Kommen schon bald strengere Maßnahmen?

Update vom 28. September,23.29 Uhr: Um die Corona-Fallzahlen im Herbst und Winter unter Kontrolle zu bekommen, planen Länder und Bund ein gemeinsames Vorgehen. Der Bund schlägt angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen eine Obergrenze von 25 Teilnehmern für Feiern in privaten Räumen vor. In öffentlichen Räumen solle sie bei maximal 50 Personen liegen, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Entwurf einer Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Dienstag. Auch soll es demnach ein Bußgeld bei falschen Kontaktangaben in Restaurants und ein Ausschankverbot für Alkohol in besonders von Corona betroffenen Regionen geben.

Polizei löst verbotene Party in Gelsenkirchen auf

Update vom 28. September, 21.10 Uhr: Die Stadt Gelsenkirchen (NRW) hat am Wochenende erstmals eine Privatparty wegen Verstöße gegen die verschärften Corona-Regeln aufgelöst. 100 Menschen feierten in einer Gaststätte, dabei sind derzeit nur Feste mit 50 Teilnehmern zulässig, teilte die Stadt am Montag mit. Obendrein seien die geltenden Hygieneregeln nicht eingehalten worden. Den Vermieter der Gaststätte sowie der Veranstalter der unangemeldeten privaten Feier erwarte ein Ordnungswidrigkeitsverfahren und ein Zwangsgeld. Nachbarn der Gasstätte hatten sich über laute Musik beschwert und das Ordnungsamt verständigt. Die Polizei schickte die Gäste nach Hause und versiegelt die Türen der Gaststätte. Die Schlüssel wurden auch sichergestellt.

Corona-Hotspots in Deutschland - RKI veröffentlicht Liste mit Top 15

Update vom 28. September, 19.12 Uhr: Das Robert-Koch-Institut* (RKI) hat in seinem aktuellen Covid-19-Lagebericht eine Liste der Top 15 Kreise mit einem 7-Tage-Inzidenz veröffentlicht. Dabei überschreiten 4 Kreise den kritischen Wert von 50. Auffällig häufig ist in der Liste das Bundesland Berlin mit verschiedenen Stadtbezirken vertreten. In Berlin selbst liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 28,1. Das ist der größte Wert. Hamburg folgt mit einem Wert von 22,5, dann Nordrhein-Westfalen mit 18,1 (Datenstand 28. September, 0 Uhr).

In Berlin Mitte handelt es sich um ein „diffuses Geschehen“ laut RKI. Junge Reisende aus aller Welt (international) und Feiernde stecken sich unterwegs bzw. auf Partys in Berlin Mitte an und verbreiten dann die Infektionen in ihren Haushalten und Familien. Ähnlich sei die Entwicklung auch in den anderen Berliner Bezirken. Ein Video zeigt jetzt, wie Jugendliche eine illegale U-Bahn-Party in Berlin feiern. In Hamm (NRW) dagegen ist der Corona-Ausbruch auf eine Hochzeit zurückzuführen. In Bielefeld (NRW) haben sich mindesten 38 Menschen bei einer Geburtstagsfeier mit Corona infiziert. Die Feier sei zwar ziemlich klein gewesen, doch die Gäste seien offenbar locker mit dem Thema Corona umgegangen.

RKI-Liste der Top 15 Kreise mit einem 7-Tage-Inzidenz*

Das RKI weist darauf hin, dass in Bundesländern mit vergleichsweise niedrigen Bevölkerungszahlen auch schon kleinere Anstiege der Fallzahlen zu einer deutlichen Erhöhung der 7-Tage-Inzidenz führen können.

Kreis7-Tage-Inzidenz
Hamm (NRW)112,2
Remscheid (NRW)72,1
Dingolfing-Landau (Bayern)60,3
Berlin Mitte55,0
Berlin Friedrichshain-Kreuzberg45,7
Rhön-Grabfeld (Bayern)38,9
Gelsenkirchen (NRW)37,6
München (Bayern)37,6
Groß-Gerau (Hessen)37,2
Köln (NRW)34,0
Berlin Tempelhof-Schöneberg33,9
Berlin Neukölln33,9
Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf33,7
Wundsiedel i.Fichtelgebirge32,8
Offenbach (Hessen)31,8

*(Datenstand 28. September, 0 Uhr)

Coronavirus in Deutschland: RKI-Fallzahlen

  • 285.332 Corona-Fälle sind in Deutschland seit Beginn der Coronavirus-Pandemie nach Angaben des RKI offiziell registriert.
  • Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9460.
  • Rund 252.500 Menschen hatten bis Montagmorgen nach RKI-Schätzungen eine Infektion überstanden.

Update vom 28. September, 16.50 Uhr: Die Stadt Bielefeld gibt ein Statement zur Corona-Krise ab. An einigen Drive-In-Teststationen herrschte an diesem Montag Chaos (siehe Update vom 28. September, 14.30 Uhr). Der Verkehr staute sich und einige Menschen mussten lange auf einen Corona-Test warten. „Ich bitte ausdrücklich um Entschuldigung“, sagte Leiter des Krisenstabs Ingo Nürnberger auf einer Pressekonferenz. Es sei ein Kommunikationsfehler gewesen. Ab Dienstag sollen Testungen an vier Teststraßen organisierter ablaufen.

Corona in Bielefeld: Nach Familienfeier über 1500 Menschen in Quarantäne

Update vom 28. September 2020, 15.26 Uhr: Nachdem sich die Corona-Lage in Hamm immer weiter zuzuspitzen scheint, steigt die Zahl der Neuinfektionen auch in Bielefeld weiter an. Infolge einer Familienfeier befinden sich dort mittlerweile rund 1700 Menschen in Quarantäne. Darunter seien allein 1100 Schüler und Lehrer, wie ein Sprecher der Stadt am Montag sagte. In Bielefeld gab es am Montag nach Schätzungen des Landeszentrums Gesundheit NRW 130 infizierte Personen. Laut RKI haben sich in den vergangenen sieben Tagen 16,8 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus infiziert.

Corona-Fälle in Hamm (NRW): Fast 2800 Menschen in Quarantäne

Update vom 28. September 2020, 15.17 Uhr: Nach einer Großhochzeit Anfang September kämpft die nordrhein-westfälische Stadt Hamm weiterhin mit dem Anstieg der Corona-Neuinfektionen. Insgesamt 37 neue Corona-Fälle wurden von Sonntagmittag bis Montagmittag registriert. Akut infiziert sind 229 Menschen. In den vergangenen sieben Tagen (von Dienstag bis einschließlich Montag) verzeichnete die Stadt 170 Neuinfektionen. Auf Grundlage der Zahlen vom Vortag hatte das Robert-Koch-Institut am Montagmorgen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 112,2 ausgewiesen.

Angaben der Stadt zufolge lagen 17 Menschen im Krankenhaus, einer von ihnen auf der Intensivstation. Fast 2800 Menschen befanden sich in Quarantäne. Zwölf Schulen sowie zwei Kitas sind von dem Corona-Ausbruch betroffen. „Insgesamt stehen rund 170 Corona-Infektionen in Hamm im Zusammenhang mit der Hochzeit“, sagte ein Sprecher der Stadt. Mehr als 300 Hochzeitsgäste aus Hamm seien bereits identifiziert, in Quarantäne gesetzt und verpflichtet getestet worden. Insgesamt seien mehr als 300 Hochzeitsgäste aus Hamm identifiziert worden. Wie viele Menschen genau bei den Feierlichkeiten dabei waren, sei aber nach wie vor nicht bekannt.

Coronavirus in Deutschland: Mehr als 1200 Personen in Bielefeld nach privater Feier in Quarantäne

Update vom 28. September 2020, 14.30 Uhr: Der Corona-Ausbruch in Bielefeld in Nordrhein-Westfalen sorgt für weitere Auswirkungen. Nachdem sich ursprünglich aufgrund einer privaten Feier rund 900 Menschen in Quarantäne begeben mussten, sollen sich mittlerweile mehr als 1200 Personen in Quarantäne befinden, wie die Stadt auf Nachfrage der "Bild"-Zeitung mitgeteilt haben soll. Unter den Personen befinden sich größtenteils Schüler und Lehrer. Insgesamt zehn Schulen sind von dem Corona-Ausbruch betroffen.

Seit Montagmorgen müssen sich diese Personen in einem Testzentrum auf das Coronavirus testen lassen. Rund um das Testzentrum herrscht demnach ein Verkehrschaos, wie auch dem offiziellen Twitter-Account der Stadt Bielefeld zu entnehmen ist. Hier wurde deutlich darauf hingewiesen, das Testzentrum nicht mehr anzufahren. „Das Testzentrum ist überlaufen und der Verkehr staut sich bereits zurück bis auf die Herforder- und Eckendorfer Straße“, wurde via Twitter informiert.

Unsere Erstmeldung vom 28. September: Corona-Hotspot in Deutschland: Zahlen steigen weiter erheblich an - Landkreis überschreitet extreme Marke

Hamm - Europaweit steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus* rasend an. Während sich die Lage in Frankreich immer weiter zuspitzt und das Land mehr und mehr in eine zweite Corona-Welle* rutscht, äußerte sich Kanzlerin Merkel mit besorgten Worten hinsichtlich der Fallzahlen in Deutschland.

Zuletzt mussten in Bielefeld mehr als 900 Personen nach einer privaten Feier in Quarantäne. Zahlreiche Schüler und Lehrer von insgesamt zehn Schulen sind betroffen. Wie die Stadt Bielefeld in einer offiziellen Mitteilung bekannt gab, liege die Gesamtzahl der bekannten Corona-Infektionen, die mit der privaten Feier zusammenhängen, bei 36. Indes stieg die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Stadt in Nordrhein-Westfalen über einen Wert von 100.

Coronavirus in Deutschland: Aktuelle Zahlen - Stadt in NRW überschreitet besorgniserregende Marke

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag informierte, liegt die Zahl der offiziell mit dem Coronavirus* infizierten Menschen in Deutschland bei 285.332, was einem Plus von 1192 zum Vortag entspricht. Erst am Samstag (26. September) war mit 2507 neuen Corona-Infektionen* der höchste Wert seit April erreicht worden.

Die Reproduktionszahl*, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Sonntag bei 1,17 (Vortag: 1,08). Der Sieben-Tage-R-Wert, der sich auf einen längeren Zeitraum bezieht und weniger tagesaktuellen Schwankungen unterliegt, entsprach am Sonntag einem Wert von 1,02 (Vortag: 1,17). Von Sonntagmittag bis Montagmittag waren 37 neue Infektionsfälle registriert worden.

Coronavirus: Sieben-Tage-Inzidenz-Wert in Hamm weit über 100

Indes ist in der nordrhein-westfälischen Stadt Hamm der Sieben-Tage-Inzidenz-Wert weiter enorm gestiegen. Nach einer Hochzeit hatte sich Hamm zu einem Corona-Hotspot entwickelt. Nachdem der Wert vor dem Wochenende bereits bei 99,9 gelegen hatte, stieg er nach Angaben des Robert-Koch-Instituts am Montag auf 112,2. Die Sieben-Tage-Inzidenz* zeigt die Zahl der Neuinfektionen für die letzten sieben Tage an. Als kritische Marke gilt ein Wert von 50.

Thomas Hunsteger-Petermann (CDU), Oberbürgermeister von Hamm, äußerte sich in einer Videobotschaft verärgert über die Hochzeitsfeier, die vor knapp drei Wochen alles ins Rollen gebracht hatte. „Wir werden hier mit allen rechtlichen Möglichkeiten, die wir haben, auch in Regress gehen", sagte er noch am Montag.

Coronavirus in Deutschland: Merkel warnt vor mehr als 19.000 Infektionen am Tag

Aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen in Deutschland hat sich auch Kanzlerin Angela Merkel sehr besorgt geäußert. So soll Merkel nach Informationen der „Bild“-Zeitung vor mehr als 19.000 Infektionen am Tag gewarnt haben. Dem Blatt zufolge sagte Merkel im CDU-Präsidium: „Wenn es so weitergeht, mit dem Trend, haben wir 19.200 Infektionen am Tag. Das ist wie in den anderen Ländern.“ Eine weitere Quelle bestätigte diese Aussage gegenüber FOCUS Online.

Lokale Infektionsherde müssten sehr deutlich angegangen werden, sonst habe man an Weihnachten Zahlen wie in Frankreich, wie Merkel zudem am Montag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums gesagt hat.

Am Dienstag will die Kanzlerin in einer Videoschaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten über geeignete Maßnahmen gegen die steigenden Infektionszahlen beraten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte zuletzt eine bundesweite „Corona-Ampel" gefordert. *Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Netzwerks (mbr,ml)

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare