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RKI: Keine Hinweise auf schwerere Verläufe durch Omikron-Variante BA.5 – Anzahl steigt trotzdem

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Von: Patrick Huljina

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Die Omikron-Variante BA.5 dominiert derzeit das Corona-Geschehen in Deutschland. Allerdings ist die Variante an sich laut RKI nicht der Grund für die Zunahme schwerer Verläufe.

Berlin - Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus steigen im Sommer weiter an. Am Freitagmorgen (8. Juli) gab das Robert Koch-Institut (RKI) die Sieben-Tage-Inzidenz mit 699,5 an. Am Vortag hatte der Wert bei 690,6 gelegen (Vorwoche: 682,7; Vormonat: 238,1). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Seit ungefähr Mitte Juni steigt auch die Kurve der Intensivpatienten mit Covid-19 in Deutschland wieder an. Inzwischen sind es mehr als 1000. Das hängt allerdings wohl nicht direkt mit der hierzulande dominierenden Omikron-Variante BA.5 zusammen.

RKI: Keine Hinweise auf schwerere Verläufe durch Omikron-Variante BA.5 – Anzahl steigt trotzdem

Das RKI sieht weiter keine wachsende Krankheitsschwere durch die Omikron-Sublinie. Es gebe keine Hinweise darauf, dass BA.5 an sich schwerere Verläufe verursache oder tödlicher sei als vorherige Varianten, schreibt das RKI im Covid-19-Wochenbericht von Donnerstagabend (7. Juli). Dennoch sei „allein durch die starke Zunahme der Infektionsfälle“ auch eine entsprechend höhere Anzahl schwerer Verläufe zu beobachten, die zu mehr Krankenhauseinweisungen führe. „Die Sterbefallzahlen steigen im Zusammenhang mit den hohen Infektionszahlen bzw. Nachmeldungen an, allerdings bisher nur leicht.“

Die Omikron-Variante BA.5 ist laut RKI immer noch für den Großteil der Corona-Infektionen in Deutschland verantwortlich. In der aktuellsten untersuchten Stichprobe von vorletzter Woche machte sie bereits einen Anteil von 77 Prozent aus (Vorwoche: 65 Prozent). Mittlerweile dürfte der Anteil noch höher liegen. Bei der weiteren Omikron-Sublinie BA.4, die zuletzt ebenfalls von Woche zu Woche zugelegt hatte, zeigt sich nun ein leicht rückläufiger Trend: Der Anteil sank von 7,5 auf 6,7 Prozent. Die restlichen Fälle entfallen noch auf die zuvor dominierende Sublinie BA.2.

Dominierende Variante BA.5: Laut RKI gibt es keine Hinweise auf schwerere Corona-Verläufe durch die Omikron-Variante BA.5 an sich.
Laut RKI gibt es keine Hinweise auf schwerere Corona-Verläufe durch die Omikron-Variante BA.5 an sich. (Symboldbild) © Uwe Anspach/dpa

Corona: Lauterbach warnt vor dem Herbst – „Pandemie wird nicht in die Sommerpause gehen“

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bekräftigte am Donnerstag im Bundestag, dass nach der Sommerwelle der Herbst schwierig wird. Es sei ein Ringen mit BA.5 zu erwarten. Die Omikron-Variante bringe – entgegen der RKI-Aussagen aus dem Lagebericht – auch etwas schwerere Verläufe mit sich als die vorherige Sublinie BA.1. Lauterbach hat zudem Vorbereitungen für einen umfassenden Corona-Schutz für den Herbst zugesichert.

„Die Pandemie wird leider nicht in die Sommerpause gehen“, sagte der SPD-Politiker. Es sei aber auch nicht vorgesehen, dass die Pandemiebekämpfung in die Sommerpause gehe. „Wir dürfen und wir können es uns nicht leisten, ein drittes Mal nicht gut vorbereitet in den Herbst hineinzugehen.“ Es werde daher alles Notwendige getan, um der Situation zu begegnen.

Die Omikron-Variante BA.5 hat inzwischen auch China erreicht. Das Lang hält weiter an seiner Null-Covid-Strategie fest – mehr als 100 Millionen Menschen sind deshalb von Lockdowns betroffen. (ph/dpa)

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