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Scharfe Kritik am Ende der Corona-Testpflicht an Schulen

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Von: Alina Schröder

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Nach der Maskenpflicht entfallen nun auch verpflichtende Corona-Tests an vielen Schulen in Deutschland.
Nach der Maskenpflicht entfallen nun auch verpflichtende Corona-Tests an vielen Schulen in Deutschland. © Philipp von Ditfurth/dpa

Nachdem die Maskenpflicht an Schulen entfallen ist, kommt jetzt auch das Ende der verpflichtenden Corona-Tests. Bildungsverbände sehen das allerdings kritisch.

Berlin – Monatelang mussten sich Schülerinnen und Schüler mehrmals pro Woche auf Corona testen. Nach den Osterferien bricht für viele jetzt die letzte Woche der Pflichttests an. Künftig sind sie freiwillig oder anlassbezogen, beispielsweise bei Symptomen. Bildungsverbände sehen das kritisch.

Die Corona-Maskenpflicht ist an Schulen bereits entfallen - in Hessen ist diese seit Anfang April ausgesetzt. Nun geht auch die Zeit der verpflichtenden Corona-Tests zu Ende. Laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa), wurde die Testpflicht bereits in sechs Bundesländern abgeschafft oder endet mit Beginn der letzten Aprilwoche. Auch in Niedersachsen gelten nach den Osterferien in Schulen und Kitas neue Corona-Regeln.

Corona-Testpflicht an Schulen entfällt – Bildungsverbände äußern Kritik

In sechs Bundesländern läuft die Testpflicht spätestens Ende der Woche mit dem Monatswechsel aus. Lediglich in Berlin und Thüringen soll darüber hinaus noch weitergetestet werden. In Thüringen wird noch bis zum 6. Mai getestet, in Berlin „bis auf Weiteres“, wie es aus der Bildungsverwaltung hieß. Aus Hamburg und dem Saarland sind noch keine Entscheidungen über den Umgang mit Tests ab Mai bekannt.

Doch das Ende der Corona-Testpflicht an Schulen stößt auch auf Kritik: Präsident des Deutschen Lehrerverbands Heinz-Peter Meidinger sagte: „Wir sind konfrontiert mit der berechtigten Sorge von Familien, die Risikopersonen und vorerkrankte Kinder im eigenen Haushalt haben.“ Die Aufhebung aller Gesundheitsschutzmaßnahmen geht Meidinger zufolge auch auf Kosten der Abschlussschüler, die befürchteten, wegen einer Infektion Prüfungen zu versäumen oder nachschreiben zu müssen. Viele Abiturienten blieben derzeit vorsorglich zu Hause und lassen Unterricht ausfallen, „weil der Gesundheitsschutz an Schulen inzwischen vielfach auf Null heruntergefahren wurde“.

Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Andreas Keller, nannte es „fahrlässig“ nach der Abschaffung der Maskenpflicht nun auch noch auf Tests zu verzichten. „Diese ist die letzte wirksame Präventionsmaßnahme, die einen Beitrag leistet, die Gesundheit der Beschäftigten, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern zu schützen. Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagte Keller. Alle Schutzmaßnahmen zu beenden sei „ein Spiel mit dem Feuer, das den Schulen mit der nächsten Welle auf die Füße fallen kann“.

Bei Symptomen und vor Klassefahrten: Corona-Tests an Schulen weiterhin möglich

Anfang April war an den meisten Schulen in Deutschland, entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes, die Corona-Maskenpflicht abgeschafft worden. Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern hatten sich allerdings in dieser Zeit zu Hotspots erklärt und durften die Regelung damit beibehalten. In beiden Ländern läuft die Hotspot-Phase in den nächsten Tagen jedoch aus - in Mecklenburg-Vorpommern am 27. April und in Hamburg am 30. April. Somit entfällt in diesen Bundesländern auch die Maskenpflicht.

Testpflichten an Schulen sind dagegen deutschlandweit rechtlich weiterhin möglich. Die meisten Länder verzichten allerdings darauf. Angeboten werden stattdessen künftig freiwillige und auch anlassbezogene Tests, etwa bei Symptomen oder vor einer Klassenfahrt. (as/dpa)

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