Zwischenstopp in Braunschweig 

Coronavirus in der Deutschen Bahn: Erneut ICE gestoppt - Zugpersonal meldete Verdachtsfall

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Hauptbahnhof Stuttgart

Der Coronavirus breitet sich in Deutschland aus: Reisewege gelten als Ansteckungsrisiko. Nun wurde erneut ein ICE angehalten. 

  • Die Bundesregierung sieht eine „neue Situation“ für Deutschland* mit dem verstärkten Auftreten des Coronavirus in Italien und neuen Verbreitungswegen in Europa.
  • Minister in NRW und Baden-Württemberg sehen die Lage unter Kontrolle - trotz der erheblichen Ansteckungsgefahr*.
  • Unterdessen wurde ein Krisenstab einberufen, der neue Regeln im Umgang mit dem Virus formulierte.

Update vom 6. März, 16.04 Uhr: Nun soll ein Intercity Express der Deutschen Bahn wegen des Verdachts auf eine Coronavirus-Infektion gestoppt worden sein. Das berichtet unter anderem die Neue Presse. Demnach soll der ICE 1191 aus Berlin nach Frankfurt unterwegs gewesen sein, als um 11.15 Uhr ein Zwischenstopp in Braunschweig eingelegt wurde. Das Zugpersonal hatte offenbar die Polizei wegen eines kranken Zuggastes gemeldet. Ob der Passagier tatsächlich mit dem Virus infiziert ist, steht noch nicht fest. 

Lesen Sie auch: Das Coronavirus macht München fast zur Geisterstadt. Auch die Fahrgäste der MVG werden immer weniger. Der ÖPNV stockt seine Fahrten dennoch wieder auf. Dadurch soll der gebotene Sicherheitsabstand besser gewährleistet werden.

Coronavirus in der Deutschen Bahn: ICE mit 300 Menschen angehalten

Update vom 4. März, 13.01 Uhr: Erneut ist ein ICE in Deutschland wegen des Verdachts einer Coronavirus-Infektion gestoppt worden. Diesmal sitzen 300 Reisende Im ICE 973 von Kiel nach Stuttgart fest. Ein Mann mit Symptomen der CoV-2-Infektion wurde der Bundespolizeiinspektion Frankfurt am Mittwoch gegen 10.45 Uhr gemeldet. Der Zug wurde vor dem Halt am Frankfurter Hauptbahnhof bereits an der Station Frankfurt Süd gestoppt, das Gleis von Einsatzkräften gesperrt und das Gesundheitsamt informiert. Bereits wenige Stunden später meldet die Polizei: Der Verdacht sei offenbar unbegründet gewesen. Das berichtet Bild.de. Im Mai bringt die Deutsche Bahn eine Neuerung auf den Weg, durch die sich die Sicherheit bei Zugreisen im Hinblick auf Corona merklich erhöht.

Coronavirus in Deutschland: Infektions-Verdacht in Zug - angehalten und evakuiert

Update vom 3. März, 11.02 Uhr: Ein Kreuzfahrtschiff mit rund 1200 überwiegend deutschen Gästen hängt in Norwegen fest. Zwei der deutschen Passagiere stehen unter Verdacht, mit dem neuartigen Coronavirus infiziert zu ein. Derweil beschwert sich ein Virologe bei der WDR-Sondersendung von „Hart aber fair“ massiv über den Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus in Deutschland. 

Update vom 2. März, 11.10 Uhr: Coronavirus-Verdacht herrscht nun auch in einem deutschem Gefängnis. In der JVA in Köln könnte ein Häftling infiziert sein. 

Coronavirus in Deutschland: Infektions-Verdacht in Zug evakuiert

Update vom 1. März 2020, 9.00 Uhr: Wegen Verdacht auf Coronavirus wurde am Hauptbahnhof in Hagen (NRW) am Samstag ein Zug gestoppt und sogar evakuiert. Der Verdacht erhärtete sich schlussendlich jedoch nicht, es handelte sich um ein Missverständnis

Doch auch anderweitig hat das Coronavirus Auswirkungen auf die Reisefreudigkeit der Bundesbürger. Etwajeder dritte Deutsche will einer Umfrage zufolge wegen Covid19 auf Auslandsreisen verzichten. In einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar für Bild am Sonntag gaben dies 35 Prozent der Befragten an. Drei Prozent waren unentschlossen, 62 Prozent verneinten die Frage.  

Auch die Angst vor einer Ansteckung ist innerhalb des vergangenen Monats unter Deutschen offenbar deutlich gestiegen. So gaben bei der aktuellen Umfrage 22 Prozent an, Angst vor einer Ansteckung zu haben. Ende Januar waren es nur 12 Prozent. 

Coronavirus in Deutschland: Zug in Hagen (NRW) gestoppt und evakuiert

Update von 20.16 Uhr: Aufgrund eines Coronavirusverdachts am Hauptbahnhof im nordrheinwestfälischen Hagen musste ein Zug gestoppt werden. Einem Bericht der WAZ zufolge (Artikel hinter Bezahlschranke) erhärtete sich der Verdacht jedoch nicht, vielmehr habe es sich um ein Missverständnis gehandelt. 

Ein 21-jähriger Passagier habe sich mit einer Erkältung bei den Zugführern gemeldet. Daraufhin wurden mehrere Züge umgeleitet und der „National Express“ von Hamm in Richtung Krefeld schließlich sogar evakuiert. Nach rund anderthalb Stunden habe der Zug seine Fahrt fortsetzen können. Zu einem Missverständnis im Zusammenhang mit dem Coronavirus kam es am Freitag auch im Regierungsflieger. Entwicklungsminister Gerd Müller erreichte auf seinem Rückflug von Indien nach München eine Schreckensmeldung - es gab einen Coronaverdacht an Bord.

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Update von 11.18 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am Samstag mit den Gesundheitspolitikern aller Bundestagsfraktionen über die Lage angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus beraten. Er habe sie in einer Telefonkonferenz „über die dynamischen Entwicklungen der letzten drei Tage informiert“, teilte der CDU-Politiker im Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Wir werden am Montag in einer Sondersitzung des Ausschusses für Gesundheit erneut zusammenkommen. Es ist mir wichtig, in dieser Situation parteiübergreifend zu informieren.“ Für kommenden Freitag ist zudem ein Sondertreffen der europäischen Gesundheitsminister in Brüssel geplant.

Coronavirus in Deutschland: Bundesregierung reagiert mit Aussteigekarten im Zugverkehr

Update vom 29. Februar, 9.40 Uhr: Auch der Zugverkehr ist von den nun beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung betroffen. Reisende müssen sich darauf einstellen, dass in allen Zügen im Regional- und Grenzverkehr eine neue Präventivmaßnahme gilt: Falls ein Verdachtsfall von Coronavirus im Zug auftritt, müssen Passagiere künftig Aussteigekarten ausfüllen. Durch die Aussteigekarten soll es möglich werden, die Zugreisenden später schneller zu kontaktieren. Die Bahnunternehmen sind zudem verpflichtet, Passagiere mit Symptomen einer Coronavirus-Erkrankung zu melden. Außerdem wird die Bundespolizei ihre Kontrollen im 30-Kilometer-Grenzraum verstärken. Eine Maßnahme dieser Art hatte zuvor auch Bundesinnenminister Horst Seehofer am Donnerstag gefordert.

In der Frage, wie bei Großveranstaltungen zu verfahren sei, übernahm der Krisenstab die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts zur Risikobewertung. Demnach liegt es im Ermessen der Verantwortlichen oder zuständigen örtlichen Behörden, Großveranstaltungen nach einer genauen Abwägung der Risiken unter Auflagen zuzulassen, zu verschieben oder zu streichen - oder das Übertragungsrisiko durch gezielte Maßnahmen zu verringern.

Meldungen vom 28. Februar: Coronavirus in Deutschland: Regierung beschließt Maßnahmen bei Einreise

Update vom 28. Februar, 21.42 Uhr: Wie kann das Risiko einer Coronainfizierung beim Reisen minimiert werden? Wie kann das Virus generell eingedämmt werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich am Freitag ein kurzfristig einberufener Krisenstab der Bundesregierung.

Die Bundesregierung verlangt von Reiseunternehmen künftig Angaben zur Gesundheit von nach Deutschland kommenden Passagieren aus insgesamt fünf Staaten. Damit soll die Verbreitung des neuartigen Coronavirus in der Bundesrepublik begrenzt werden. Der Krisenstab von Bundesinnenministerium und Bundesgesundheitsministerium teilte am Freitagabend mit, die Anordnungen für Beförderer im Luft- und Schiffsverkehr würden entsprechend erweitert. Zusätzlich zu China sei künftig für Reisende aus Südkorea, Japan, Italien und dem Iran vor der Einreise der Gesundheitsstatus der Passagiere zu melden.

Zudem sollten an alle Reisenden, die über eine Landesgrenze nach Deutschland kommen, Informationen zur Krankheitsvorbeugung verteilt werden. Diese Regelung gilt den Angaben zufolge auch für Passagiere im Zug- und Busverkehr.

Update vom 28. Februar, 18.03: Unter Coronavirus-Verdacht stand auch ein Eurocity der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB). Wie eine betroffene Passagierin die Fahrt erlebte, lesen Sie bei den Kollegen von von ovb-online.de*.

Coronavirus-Alarm: Deutsche Bahn bereitet sich auf den Ernstfall vor

17.42 Uhr: Die Deutsche Bahn bereitet sich auf einen Coronavirus-Ausbruch in Deutschland vor oder will alles tun, um diesem vorzubeugen. In einer aktuellen Warnmeldung schreibt das Unternehmen auf seiner Website, dass es die Vorgehensweise des deutschen Robert-Koch-Institituts empfiehlt: Taschentücher sollen schnell entsorgt werden und Hände regelmäßig und mindestens für 20 Sekunden gründlich gewaschen werden. Außerdem sollen bei Husten und Niesen Mund und Nase mit gebeugtem Ellenbogen oder Papiertaschentuch bedeckt werden.Auf Händeschütteln oder auf das Berühren des eigenen Gesichts bittet die Bahn, zu verzichten.

Bei einem Corona-Verdacht werde der betroffeneZugbereich gesperrt und professionell gereinigt. Außerdem werden Fahrgäste darüber informiert, dass sie ihre Kontaktdaten hinterlassen sollen, damit die Behörden sie im Bedarfsfall kontaktieren können. Oberste Priorität sei es, die erkrankte Person beim nächsten geeigneten Halt an die Rettungskräfte zu übergeben und die medizinische Versorgung zu gewährleisten. Für Passagiere, die mehr als einen Meter von der erkranten Person entfernt gewesen seien, bestünde nur geringe Infektionsgefahr.

Ticket-Inhaber von wegen Coronavirus abgesagten Veranstaltungen können ihre Fahrkarten kostenfrei stornieren, erklärte das Unternehmen weiter.

15.35 Uhr: Der von Bundesinnenminister Seehofer und Bundesgesundheitsminister Spahn ins Leben gerufene Krisenstab befasst sich im Zusammenhang mit der Verbreitung des Coronavirus auch mit der internationalen Tourismusmesse ITB, die am 4. März in Berlin starten soll. Bei dieser Messe müsse man Gesundheitsschutz und wirtschaftliche Interessen gegeneinander abwiegen. Im Zweifel werde aber immer der Gesundheitsschutz Vorrang erhalten, so Seehofer. 

Gegenüber der Wirtschaftswoche sagte der Bundesinnenminister „Ich persönlich bin der Meinung, dass man sie nicht durchführen sollte". Die endgültige Entscheidung, die auf Empfehlung des Krisenstabs am Freitag getroffen werden soll, liege jedoch beim Land Berlin. Welche Maßnahmen im konkreten Fall getroffen werden dürfen, regelt das Infektionsschutzgesetz.

In den USA verbreitet sich die die Angst vor dem Coronavirus gefühlt schneller als die Krankheit selbst. Einige US-Stars greifen nun zu drastischen Mitteln, um sich nicht anzustecken. Unterdessen verlor ein Experte beim Coronavirus-Talk von Maybrit Illner (ZDF) die Geduld.

Coronavirus in Deutschland: Spahn und Seehofer richten Krisenstab ein - „Anfang einer Epidemie“ 

14.11 Uhr: BundesgesundheitsministerJens Spahn und Bundesinnenminister Horts Seehofer haben aufgrund der aktuellen Situationen einen Corona-Krisenstab eingerichtet. Dieser habe das Ziel den Coronavirus in Deutschland so weit wie möglich einzudämmen und die Bevölkerung so gut es geht zu beschützen. 

Als zentralen Punkt benennt Spahn die frühzeitige Identifizierung von Corona-Fällen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Den Kern der neuen Infektionen in Deutschland hätte man nämlich nach wie vor nicht ausfindig machen können. Bereits am Mittwochabend sagte Spahn: „Wir befinden uns am Anfang einer Epidemie in Deutschland“. Mit dieser Formulierung wollte er nach eigenen Aussagen die Bevölkerung vorbereiten. 

Coronavirus in Deutschland: Seehofer und Spahn geben Auskunft - Lage „deutlich verschärft“

Auch Bundesinnenminister Seehofer forderte bessere Kontrollen bei der Einreise nach Deutschland. Die Behörden nehmen wegen des vermehrten Auftretens von Corona-Fällen verstärkt das Geschehen bei der Einreise nach Deutschland in den Blick: Menschen, die etwa mit dem Bus oder dem Zug nach Deutschland kämen, sollten besondere "Aussteigerkarten" ausfüllen müssen, so Seehofer am Donnerstag in Berlin. Damit solle gewährleistet werden, dass die Eingereisten beim Auftreten eines Corona-Falls kontaktiert werden können.

Die Lage habe sich "deutlich verschärft", sagte Seehofer. Es handele sich um eine "beginnende Epidemie", betonte der Innenminister und fügte hinzu: "Es wird auch eine weitere Entwicklung nach oben geben."

9.41 Uhr: Auch Virologen warnen mittlerweile eindringlich vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus. Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe an der Universität Hamburg sieht es als unwahrscheinlich an, dass die Ausbreitung des Virus in Deutschland noch zu stoppen ist. Gegenüber Bild.de (hinter der Bezahlschranke) bestätigte auch Prof. Rolf Hilgenfeld, Direktor des Instituts für Biochemie der Uni Lübeck diese Einschätzung. Aktuell sei, so Schmidt-Chanasit, nur die Spitze des Eisbergs sichtbar, weil wahrscheinlich viele Menschen das Virus in sich tragen, ohne Symptome zu zeigen. Harvard-Epidemiologe Pablo Salazar meint gegenüber Zeit Online: "Wenn das Virus sehr leicht übertragen wird und das zumeist unentdeckt geschieht, können wir wahrscheinlich nicht viel tun – selbst in Ländern, die gut auf Ausbrüche vorbereitet sind."

Coronavirus: Virologe warnt vor Ausbreitungen - es könnte zur Pandemie kommen

Gerade dass Länder wie Thailand oder Kombodscha mit viel direktem Kontakt zu China wenige Infektionen nachgewiesen hätten, beunruhigt demnach Experten, wie Zeit Online weiter schreibt. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass es bereits mehr Infektionsketten gibt als bekannt. Drei Szenarien beschreibt Zeit Online: Es könnte zu einer Pandemie kommen, bei der sich 60 bis 80 Prozent der Weltbevölkerung anstecken, Hunderttausende sterben würden. Die zweite Möglichkeit: Das Virus könnte sich irgendwann totlaufen, weil mehr Menschen die Krankheit überwinden, als sich neu damit anstecken. Das dritte - und momentan wahrscheinlich realistischstes Szenario - ist für Gérard Krause, Abteilungsleiter Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, dass sich das Virus wie eine normale Grippe mit saisonalen Schwankungen verhalten wird. 

Update vom 27. Februar, 6.38 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn wählte drastische Worte im Hinblick auf das Coronavirus. Deutschland stehe „am Beginn einer Coronavirus-Epidemie“, sagte er am Mittwoch in Berlin. Er rief die Bürger zu Wachsamkeit auf, warnte aber zeitgleich vor Panikmache. „Wir empfehlen der Bevölkerung, nicht hinter jedem Husten eine Coronainfektion zu vermuten“.

Spahn forderte die Bürger jedoch ausdrücklich auf, „dass Sie Ihren Hausarzt anrufen und die Behandlung abklären, wenn innerhalb von 14 Tagen nach Reisen in Gebiete, in denen Infektionen vorgekommen sind, Fieber, Husten oder Atemnot sich entwickeln - oder wenn Sie Kontakt hatten mit Personen, die in diesen Gebieten gewesen sind“. Seinen Aufruf habe Spahn am Mittwoch bei einem Krisentreffen mit Vertretern der Ärzteschaft, der Krankenhäuser, Krankenkassen, Apotheken und Pflegeverbänden abgesprochen. Man sei sich darüber einig, dass „jetzt besser einmal mehr auf das Virus getestet wird als einmal zu wenig“.

Coronavirus in Deutschland: Gesundheitsminister Spahn wählt deutliche Worte

Ursprungsmeldung vom 26. Februar

Berlin/Düsseldorf/Stuttgart - Auf verschiedenen Pressekonferenzen haben Behörden die Menschen in Deutschland am Mittwoch darauf eingeschworen, Ruhe zu bewahren. Die Lage zum Coronavirus* sei aktuell im Griff - die infizierten Personen seien isoliert, mögliche Verbreitungswege würden analysiert und Kontaktpersonen ermittelt und - gegebenenfalls - unter häusliche Quarantäne gestellt werden.

Der große Vorteil sei, dass man es nicht mit unerkannt zirkulierenden Infektionsketten zu tun habe, sondern mit Einzelfällen, deren Verbreitungswege nachvollzogen werden könnten.

Doch auch wenn Panik und Angst sicherlich keine guten Ratgeber sind, zeichnen manche Experten ein Bild, das aufhorchen lässt. So weist Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, auf drei Schwachstellen im deutschen Gesundheitssystem hin:

Die Zahl der Pflegekräfte, der Hausärzte und der Ärzte in Gesundheitsämtern sei zu gering für einen starken Ausbruch von Covid-19, wie das Coronavirus inzwischen von Experten bezeichnet wird, so Lauterbach.

Coronavirus in Deutschland: Experten streiten - Spahn wird deutlich

Mit dem Erstarken des Virus in einigen Nachbarländern sieht auch die Bundesregierung eine „neue Situation“, wie Regierungssprecher Seibert von tagesschau.de zitiert wird. Das Virus sei näher gerückt, sagte Seibert in Berlin.

„Die Corona-Epidemie ist in Deutschland angekommen“, sagte Spahn im ZDF. „Und damit müssen wir damit rechnen, dass sie sich auch in Deutschland ausbreiten kann.“ In ZDF heute sagte er, dass es bislang noch gelungen sei, die Ausbreitungsketten zu kontrollieren. Aber: „Es kann sein, dass wir in den nächsten Tagen und Wochen in eine andere Lage kommen.“

Dann könnte es völlig anders aussehen. Dass inzwischen auch demokratische Länder mit der Eindämmung des Virus stark zu kämpfen haben, hätten die Fälle in Italien gezeigt, schreibt die Zeit

In einer Pressekonferenz am Mittwoch erklärte Spahn, dass Deutschland "am Beginn einer Coronavirus-Epidemie"* stehe. Er habe die Gesundheitsminister der Länder in einer Telefonkonferenz aufgefordert, ihre Pandemiepläne "zu aktivieren und ihr mögliches Inkrafttreten vorzubereiten", sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. "Die Lage hat sich in den letzten Stunden geändert, das muss man leider sagen", fügte der Minister hinzu. Noch sei keine Pandemie ausgebrochen - "aber ich finde es wichtig, dass wir uns auf diese Situation vorbereiten".

Vor dem Hintergrund der neuen Coronavirus-Fälle* in Deutschland sei "fraglich", ob die bisherige Strategie der Behörden aufgehe - also den Virus* einzugrenzen und die Infektionsketten zu unterbrechen. Es habe sich gezeigt, dass die "Infektionsketten teilweise nicht nachvollziehbar sind", sagte Spahn. "Das ist die neue Qualität." Er fügte hinzu: "Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, wird sich nicht ergeben."

Der erste Fall des Coronavirus in Deutschland kam aus Stockdorf bei München. Der Mann, der als erster Infizierter gilt, hat jetzt über die Zeit mit der Krankheit gesprochen.

Coronavirus: Virologe schlägt Alarm in den Tagesthemen

Alarm schlägt Alexander Kekulé, Virologe an der Uniklinik in Halle in den Tagesthemen: „Wenn wir 100, 200, 300 Fälle haben, dann sind auch die Krankenhäuser in Deutschland überfordert“. Die Hochinfektionszentren, die aktuell noch alle Patienten behandeln, hätten nur 60 Plätze insgesamt - deutschlandweit. 

Für das Personal in den normalen Krankenhäusern sei es eine starke psychische Belastung, Coronavirus-Patienten zu behandeln. Für Maßnahmen wie Züge zu stoppen oder Grenzen abzuriegeln hat er kein Verständnis, weil es zu viele Verbreitungswege gebe - es gehe darum, einzelne Fälle innerhalb des Landes jetzt schnell zu erfassen und „wie eine glimmende Zigarette auszutreten, bevor sie einen Waldbrand verursachen.“

Die Bahn hat wegen der Corona-Krise ihre Kulanzregel für Tickets ausgeweitet. Die beliebte bayrische Serie „Dahoam is Dahoam“ darf nach sechs Wochen Pause wieder drehen, es hat sich jedoch einiges verändert.

*ovb-online.de und merkur.de sind Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

kat

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