4. Internationales Mopstreffen

„Das ist kein Hund, das ist ein Mops“

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Foto: Einer von rund 250 Vierbeinern kühlt sich beim 4. Internationalen Mopstreffen in Berlin ab.

Berlin - Manch einer liebt sie wegen ihrer Kulleraugen, andere finden sie hässlich wegen ihrer kurzen Beine. Der Mops polarisiert. Am Sonnabend versammelten sich rund 250 Mops-Freunde in Berlin. Dabei bewiesen die „Kurzbeiner“ auch, wie sie rennen können – 30 Grad zum Trotz.

Der Mops möchte an diesem Tag lieber unter seinesgleichen bleiben. Deswegen wird der wesentlich größere Rottweiler gleich von einem ganzen Rudel der kleinen, kräftigen Vierbeiner umzingelt und angebellt. Der große Hund nimmt es gelassen und blickt von oben auf die kleinen Krawallmacher herab. Der Mops steht an diesem Samstag ohnehin im Mittelpunkt. Rund 80 der kleinen Tiere sind mit ihren Besitzern zum 4. Internationalen Mopstreffen nach Berlin-Lichtenrade gekommen. „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber nicht sinnvoll“, hat der vor zwei Jahren gestorbene Komiker und Mopsliebhaber Loriot einmal gesagt.

Höhepunkt ist auch in diesem Jahr wieder ein Rennen. Dabei hängt so mancher Mops auf der 50 Meter langen Strecke sein mitlaufendes Herrchen oder Frauchen ab. Am Ende ist Hündin Klara mit 6,2 Sekunden die Schnellste im Ziel. Aber auch für die Verliererin des Rennens gibt es einen Pokal: Mops-Dame Lotti hat 44 Sekunden gebraucht - sie ist kurz vor Ende der Strecke noch einmal zum Start zurückgelaufen.

Bei dem Mopstreffen toben die Hunde in kleinen Rudeln über den Rasen, wuseln zwischen den Beinen der Besucher herum und spielen ausgelassen miteinander. Es ist ein bisschen wie ein großes Geburtstagsfest nur für Möpse. Veranstalter Thomas Zupan hatte im Vorfeld eine Hitzewarnung ausgegeben und Besitzern, deren Möpse Probleme mit der Atmung haben, von dem Treffen abgeraten.

Gegen die hohen Temperaturen - das Thermometer zeigt immerhin 30 Grad an - stehen auf dem Hundeplatz zahlreiche kleine Badebecken bereit. Eine Erfrischung, die die Tiere dankbar annehmen. So manch einer springt gleich mehrmals ins kühle Nass - und posiert dann geübt wie ein Showhund für die zahlreichen Fotografen. Andere werden von ihren Haltern mit Hunde-Eis geködert. Den gefrorenen Joghurt gibt es in den zwei Geschmackssorten Rind und Wildlachs.

Der Hündin „Princess Charlotte“ scheint es zu schmecken. Gierig schleckt sie das Eis aus dem Becher, den Besitzer Dirk Schmitz ihr hinhält. „Sie isst wirklich gerne, aber wir achten schon darauf, dass sie nicht mehr als sieben Kilo wiegt“, berichtet Schmitz. Die Hunde dürften nicht zu dick werden, sonst litten sie zu sehr. „Princess Charlotte“ hat zudem recht lange Beine.

Jahre lang wurden Möpse so gezüchtet, dass sie kaum noch sichtbare Nasen und kurze Beine hatten - seit ein paar Jahren kehrt sich der Trend wieder um. „Mit ihren langen Beinen kann sie viel besser laufen„, sagt Schmitz, „und bei der Hitze hat sie auch keine Probleme. Sie röchelt und schnauft überhaupt nicht.“ Die Mops-Dame sei zudem sehr charakterstark und mache nur das, worauf sie Lust habe, berichtet Schmitz. „Das ist kein Hund, das ist ein Mops.“

Dass der Mops im Kommen ist, erkennt man auch an den zahlreichen Accessoires, die es an Ständen zu erwerben gibt. Halsbänder mit Schriftzügen wie „Terrorzwerg“ sind mindestens Standard für den stolzen Mops-Besitzer. Wer es exotischer mag, kauft seinem Mops einen rosafarbenen Schlafplatz in Podestform oder ein Zahndöschen aus Keramik für die ausgefallenen Beißerchen. „Die sind sehr gefragt“, sagt Ines Kelsch, die die Keramik selbst herstellt. Auch individuell gestaltete Futternäpfe gibt es an ihrem Stand.

Unter den Hundebesitzern sind auffällig viele junge Menschen. Im Schatten sitzt Meike Gersen, ihre 13 Wochen alte Hündin Becka ist eine kleine Attraktion. Immer wieder kommen größere Möpse heran gerannt und beschnuppern das zierliche Tier. „Ich wollte gerne einen Schoßhund haben. Aber viele andere kleine Hunde finde ich hässlich. Deshalb musste es ein Mops sein“, sagt Gersen. Die Tiere hätten zudem ein besonderes Wesen. „Sie freuen sich oft.“

dpa

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