Mitteilung geplant

David McAllister: Im Januar Entscheidung über Abzug der Briten

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Foto: Wann ziehen die Briten ihre Truppen endgültig aus Niedersachsen ab? Die Entscheidung steht offenbar kurz bevor.

Hannover - Der Abzug der britischen Soldaten aus Deutschland ist beschlossen. Unklar ist aber wann und wie dieser ablaufen soll. Niedersachsens Ministerpräsident McAllister rechnet im Januar 2013 mit der Entscheidung.

Großbritannien wird laut Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister voraussichtlich schon im Januar 2013 neue Details über den Truppenabzug aus Deutschland bekanntgeben. Alle kursierenden Informationen über einen früher als bisher angenommenen Abzug seien „Spekulationen", sagte der CDU-Politiker. „Eine offizielle Mitteilung der britischen Streitkräfte mit möglicherweise neuen Abzugsterminen ist voraussichtlich für Januar 2013 geplant", betonte McAllister.

Jüngst hatte ein veröffentlichter interner Vermerk des britischen Militärs für Aufsehen gesorgt. Demzufolge sollen 2015 zunächst nicht betroffene Standorte in den niedersächsischen Orten Fallingbostel und Bergen aufgegeben werden. Vollständig solle der Abzug bis 2018 abgeschlossen sein - bislang war von 2020 ausgegangen worden.

„Diese Papiere beschreiben denkbare Möglichkeiten, sind jedoch nichts Definitives", sagte McAllister. Die britische Regierung habe genau wie die Bundesregierung bei der Reform der Bundeswehr unterschiedliche Szenarien und Zeitpläne entwickelt.

McAllister, der mehrfach in London Gespräche mit Premierminister David Cameron und dessen Verteidigungsminister Philip Hammond über den Truppenabzug geführt hat, bezeichnete die Öffentlichkeitsarbeit der Briten als „äußerst vorbildlich". Dennoch appellierte er an London, die Entscheidung nicht unnötig aufzuschieben: „Beim Abzug der britischen Truppen wünschen wir uns baldmöglichst Klarheit."

Nach eigenen Angaben hofft McAllister weiter, dass Niedersachsen nicht komplett von der britischen Militärlandkarte verschwindet. „Wir werben dafür, dass der Übungsplatz in Bergen-Hohne auch nach dem Abzug der dauerhaften Präsenz der Streitkräfte genutzt wird", sagte er. Jedoch stehe der Platz in der Lüneburger Heide in direktem Wettbewerb mit Standorten in Kenia, Kanada und Süddeutschland.

Mit den Truppen werden auch die Familien der britischen Soldaten Deutschland verlassen. Der Abzug trifft daher auch mehrere tausend zivile Arbeitsplätze. Zudem befürchten die betroffenen Kommunen wirtschaftliche Einbußen. Das britische Verteidigungsministerium rechnet dagegen mit jährlichen Ersparnissen in Millionenhöhe.

dpa

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