Fabrikverkauf an der A7

Designer Outlet Soltau öffnet im August

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Unmittelbar an der A 7 gelegen: Das neue Outlet-Center in Soltau.

Soltau - Die „Heide-Häuschen“ stehen schon: acht reetgedeckte kleine Fachwerkhäuser mitten im Shoppingareal. Nebenan wird gepflastert und gepflanzt: Gehwege, Grünstreifen. Nach mehr als 15 Jahren Gerangel und Gerichtsverfahren steht das Designer Outlet Soltau jetzt in den Startlöchern.

Von der Autobahn 7 aus war das rasante Wachstum des vor allem bei Nachbarkommunen umstrittenen Fabrikverkaufszentrums in den vergangenen Monaten gut zu beobachten. „Inzwischen sind mehr als zwei Drittel der Gebäude für den Innenausbau bereit“, sagt Thomas Reichenauer vom Betreiber ROS-Retail Outlet Shopping. Pünktlich am 30. August könne eröffnet werden.

Wer einzieht, verrät er noch nicht. An den Gebäuden sind noch keine Markennamen zu erkennen. Ob Firmen dabei sind wie Nike und Adidas, Marco Polo und Calvin Klein, bleibt ein Geheimnis. Mit manchen wird derzeit verhandelt. 30 Prozent der Geschäftsflächen auf dem 84.000 Quadratmeter großen Gelände sind noch zu vermieten. Festgelegt ist der Branchenmix: Zu knapp 50 Prozent sollen Kleidung und Wäsche, zu 20 Prozent Sportsachen, zu rund zehn Prozent Schuhe im Angebot sein. Daneben gibt es Geschäfte beispielsweise für Accessoires, aber auch Kinderspielplatz und Gastronomie. Das von einem Center-Management zentral organisierte „Einkaufserlebnis“ nämlich macht ein klassisches Outlet Center aus, von denen es in Niedersachsen bisher nur eins in Wolfsburg gibt; ein weiteres Verkaufszentrum liegt im Bremer Stadtteil Stuhr-Brinkum.

In Soltau kommt etwas hinzu: die Lüneburger Heide, die ihre Attraktionen direkt am Informationstresen des Verkaufszentrums präsentiert. „Wir wollen die pro Jahr erwarteten 1,3 Millionen Besucher für die Heide begeistern“, sagt Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. Den Schnäppchenjägern wird die Umgebung mit saisonal wechselnden Ausstellungen, aber auch mit Spargel-Schaukochen und gelegentlichen Besuchen der Heidekönigin im Outlet schmackhaft gemacht. Ein Pendelbus vom Heide-Park aus ist geplant. Die meisten Käufer werden aber wohl den bereits fertig asphaltierten Großparkplatz nutzen.

Im Designer Outlet Soltau, in das die Schweizer Mutschler Gruppe 80 Millionen investiert, sollen bis zu 400 Menschen Jobs finden; ein Teil wird momentan über die örtliche Agentur für Arbeit geworben und geschult. Konzept und Lage hatten das für den ländlichen Raum zuständige niedersächsische Landwirtschaftsministerium überzeugt, als es 2009 Soltau den Vorrang vor den Mitbewerbern Bispingen und Bad Fallingbostel gab.

In den umliegenden Orten, nicht zuletzt den Einkaufsstädten Lüneburg und Celle, herrscht weiter Sorge, Kaufkraft zu verlieren. Ohne Sorge können auch die Betreiber in Soltau indes nicht sein. Ebenfalls an der Autobahn7, nur gut 130 Kilometer nördlich in Neumünster, wird schon im September noch ein neues Outlet eröffnet. Betreiber ist McArthurGlen; die Konkurrenten werden um Kunden aus Hamburg buhlen.

Sogar mitten in der Heide weist ein riesiges Plakat Vorbeifahrende auf Neumünster hin - an der A7 bei Bispingen, das sich jahrelang trotzig, aber vergeblich, gegen die Outlet-Ansiedlung in Soltau gewehrt hat.

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