Tests mit Mäusen und Ratten

Deutlich mehr Tierversuche im Norden

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Jährlich werden in Deutschland unter anderem mehr als zwei Millionen Mäuse bei Tierversuchen eingesetzt.

Kiel - Mehr Forschung heißt auch mehr Tierversuche. Das belegen Zahlen aus Schleswig-Holstein. Tests gibt es nicht nur mit Mäusen und Ratten, sondern auch mit Vögeln und Fischen. Die Auflagen für die Versuche wurden verschärft.

Die Zahl der Tierversuche in Schleswig-Holstein hat in den vergangenen Jahren weiter zugenommen. Dies geht aus Angaben des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums hervor. Im vergangenen Jahr gingen im Norden demnach 157 Anträge auf Genehmigung eines Versuchsvorhabens ein. Im Vorjahr waren es 134 und vor zehn Jahren noch 85. Einer der wichtigsten Gründe für die Zunahme ist der Ausbau des Forschungsstandorts Deutschland. Der biologischen Grundlagenforschung dienen die Tiere ebenso wie der Entwicklung von Arzneien und medizinischen Geräten oder der Erforschung von Krankheiten.

Jährlich werden in Deutschland unter anderem mehr als zwei Millionen Mäuse bei Tierversuchen eingesetzt, über 400 000 Ratten und nahezu 100 000 Kaninchen. Schleswig-Holstein hat jeweils einen Anteil von zwei Prozent, bei Mäusen wären das also etwa 40 000. Es gibt aber nicht nur Tests in Laboren, sondern zum Beispiel auch Untersuchungen zum Zugverhalten von Vögeln oder zum Wanderverhalten von Fischen. Insgesamt 13 Einrichtungen nehmen im Norden regelmäßig Tierversuche vor. Der größte Teil entfällt auf Forschungseinrichtungen der Universitäten Kiel und Lübeck.

Alle Versuche müssen grundsätzlich behördlich genehmigt oder angezeigt werden. „Eine Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn der Antragsteller wissenschaftlich begründet dargelegt hat, dass die jeweiligen Ziele nicht mit anderen Methoden oder Verfahren erreicht werden können“, sagte Ministeriumssprecherin Nicola Kabel. „Außerdem muss der Tierversuch ethisch vertretbar sein.“ Hier kommt eine Ethikkommission zum Einsatz. Darin vertreten sind Wissenschaftler und Vertreter der Tierschutzverbände.

In den Forschungseinrichtungen ist jeweils ein nicht weisungsgebundener Tierschutzbeauftragter tätig. Das Ministerium sowie die Veterinärämter der Kreise und kreisfreien Städte überwachen die Tierhaltungen. Das Ministerium verweist darauf, dass auf Grundlage von EU-Vorgaben die Anforderungen an Haltung, Zucht und Verwendung von Versuchstieren im vergangenen Jahr auch in Deutschland verschärft wurden.

dpa

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