Statistik des ADAC

Deutlich weniger Verkehrstote in Niedersachsen

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Foto: Die Zahl der Verkehrstoten in Niedersachsen ist im ersten Halbjahr 2013 überdurchschnittlich stark gesunken.

Hannover - Ein harter Winter, immer sicherere Autos, Führerschein mit 17: Dass die Zahl der Verkehrstoten in Niedersachsen sinkt, hat nach Ansicht von Experten mehrere Gründe.

Die Zahl der Verkehrstoten in Niedersachsen ist im ersten Halbjahr 2013 überdurchschnittlich stark gesunken. Auf den Straßen des Landes sind von Januar bis Juni 166 Menschen ums Leben gekommen. Dies sind 64 Menschen oder rund 28 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden am Donnerstag mit. Deutschlandweit sank die Zahl der Verkehrstoten im ersten Halbjahr um rund 14 Prozent auf 1454. Damit setze sich der positive Trend des vergangenen Jahres fort.

Auch die Zahl der Verletzten auf den Straßen ging weiter zurück: Bundesweit um 8,8 Prozent auf knapp 168.000, in Niedersachsen um 8,1 Prozent auf rund 18.000.

„Die Tendenz ist erfreulich“, sagte Sabine Schlemmer vom ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Eine wesentliche Ursache für die Entwicklung ist nach Ansicht der Experten des Automobilclubs der zurückliegende harte Winter. „Bei solchem Wetter sind weniger Autos vor allem auf den gefährlichen Landstraßen unterwegs und die Leute fahren langsamer und vorsichtiger.“ Entsprechend sinke die Zahl schwerer Unfälle.

Zudem mache sich zunehmend auch der technische Fortschritt und die damit verbundene größere Sicherheit der Fahrzeuge bemerkbar, sagte Schlemmer. Fahrzeuginsassen seien bei Unfällen besser geschützt als früher.

Schließlich wirke sich der Führerschein mit 17 positiv aus. „Die Gruppe der jungen Fahrer sei zwar nach wie vor überproportional häufig in schwere Unfälle verwickelt, aber die Zahl dieser folgenreichen Kollisionen gehe durch das begleitete Fahren zurück. „Das hat sich auf jeden Fall bewährt.“

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Verkehrsopfer im Land nahezu ständig gesunken. Dazu haben verschiedene Maßnahmen beigetragen, zum Beispiel an der stark überlasteten Bundesstraße 73 zwischen Stade und Hamburg. Diese galt früher wegen zahlreicher schwerer Unfälle als Todesstrecke.

„Dieser Begriff gilt heute nicht mehr“, sagte ein Sprecher der Stader Polizei. Waren im Jahr 2000 acht Tote zu beklagen, kam dort im vergangenen Jahr ein Mensch ums Leben. Die Beamten versuchten nach 2000 die Unfallgefahr mit der Teilung von Fahrbahnen, neuen Verkehrsinseln und Geschwindigkeitsbegrenzungen in vielen Streckenabschnitten einzuschränken. Auch weiße Holzkreuze wurden damals für jeden Verkehrstoten an der Straße errichtet. Die Bundesstraße soll mit dem Ausbau der A26 bald entlastet werden.

lni

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