Landadel beeinflusst britische Krone

Wie deutsch ist Kates Baby?

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Kate und William erwarten ihr erstes Kind.

London - Wenn Kate Middleton ihr „Royal Baby“ zur Welt bringt, dann fließt in dessen Adern auch ein Gutteil deutsches Blut. Das britische Königshaus ist von deutschem Adel geradezu unterwandert.

Es kann nur eine Frage von Tagen sein, bis Herzogin Kate ihr Kind zur Welt bringt – und damit die Nummer drei der britischen Thronfolge. Dank mindestens dreier „Invasionen“ des deutschen Adels – wie britische Historiker es nennen – darf auch in Deutschland auf den Neuankömmling angestoßen werden.

Mindestens fünf deutsche Adelsgeschlechter hatten in der Geschichte ihre Finger im Spiel und haben noch heute Auswirkungen auf die Familie Windsor. Auch wenn diese ihren deutschen Namen Sachsen-Coburg und Gotha längst nicht mehr trägt und die Verbindungen nicht aktiv aufrechterhält.

Haus Hannover: Die Welfen üben ihren Einfluss auf das „Royal Baby“ über Königin Victoria aus. Die große Königin ist eine Nichte von Georg III. von Hannover, der in Personalunion britischer König war – wegen seiner Disziplinlosigkeit allerdings nicht allzu angesehen. Mit Victoria endete die Personalunion zwischen London und Hannover. Als Frau durfte sie zwar Königin von Großbritannien und Irland sowie Kaiserin von Indien sein – nicht aber Königin von Hannover.

Haus Sachsen-Coburg-Gotha: Die Coburger hatten durch geschickte Heiratspolitik immensen Einfluss in Europa gewonnen. Unter anderem die Höfe in Belgien, Schweden und vor allem Großbritannien sind von dem kleinen, fränkisch-thüringischen Herzogtum beeinflusst. 1840 verbandelten die Coburger mit tatkräftiger belgischer Hilfe ihren Prinzen Albert mit der britischen Königin Victoria – ihrerseits ein Abkömmling des Vorgängerherzogtums Sachsen-Coburg-Saalfeld. Albert, zunächst in London argwöhnisch beäugt, gab einen stattlichen Prinzgemahl mit erheblichem Einfluss in Gesellschaft, Politik und Wissenschaft. Die Royal Albert Hall und ein riesiges Denkmal im Hyde-Park zeugen noch heute von seiner Beliebtheit. Der Familienname Saxe-Coburg-Gotha wurde 1917 aus politischen Gründen in Windsor geändert. Albert und Victoria sind die Ur-ur-ur-ur-ur-Großeltern des Babys.

Haus Teck: Die Herzöge von Teck waren eigentlich im 15. Jahrhundert schon ausgestorben. Später ging der Titel aber an die Württemberger über. Eine Tochter aus diesem Hause, Maria von Teck, Enkelin von Herzog Alexander von Württemberg, heiratete den späteren britischen König Georg V. Maria von Teck und ist die Mutter der „Queen Mum“, Großmutter von Queen Elizabeth und Ur-ur-ur-Großmutter des Babys.

Haus Battenberg: Im hessischen Landadel sowie im Königreich Griechenland hat Prinz Philip seine Wurzeln. Die Mutter des Mannes von Queen Elizabeth II., Großvaters von Prinz William und Urgroßvaters des Babys war Alice von Battenberg. Sie hatte nach Griechenland geheiratet. Heute ist Mountbatten – die verenglischte Variante von Battenberg – Teil des offiziellen Familiennamens der Royals - Mountbatten-Windsor. Der Name wird jedoch nur bei amtlichen Anlässen wie etwa Hochzeiten benutzt.

Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg: Dem norddeutschen Herzogtum, einer Nebenlinie des Hauses Oldenburg, entstammt Prinz Philip väterlicherseits. Das Haus Schleswig ist eng mit dem dänischen Königshaus verwandt. Wie stark die europäischen Adelsgeschlechter miteinander verbandelt sind, zeigt auch dieses vergleichsweise kleine Herzogtum. Prinzessin Viktoria Adelheid heiratete 1905 den britischen Prinzen Carl Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha, einen Enkel von Queen Victoria – und späteren Nationalsozialisten.

dpa

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