Verzicht auf Süßes, Handy, Alkohol

Die Deutschen fasten wieder

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Viele Menschen verzichten in der Fastenzeit auf Alkohol.

- Heute beginnt die Fastenzeit – und viele Menschen überlegen sich, worauf sie in den Wochen bis Ostern verzichten könnten. Wir machen ein paar Vorschläge, wie Sie ihr Leben jenseits aller theologischen Aspekte sieben Wochen lang bewusst umgestalten können.

Möglich ist vieles, vom Verzicht auf Schokolade oder Alkohol bis hin zum strengen Heilfasten mit Gemüsebrühe. Wir machen ein paar Vorschläge, die jenseits aller theologischen oder gesellschaftlichen Aspekte eines gemeinsam haben: Sie bieten die Chance, sein Leben sieben Wochen lang bewusst umzugestalten.

Süßigkeiten : Der Klassiker mit den angenehmen Nebenwirkungen: Wer auf Süßigkeiten verzichtet, hat bald einige Pfunde weniger auf den Hüften. Zudem erholen sich die Zähne und die Geschmacksnerven werden sensibler für Süßes. Dieser Verzicht ist außerdem ein möglicher Einstieg in eine bewusstere Ernährung – auch über die Fastenzeit hinaus. Alternativen sind Trockenobst, süße Früchte, Nüsse. Alkohol : Ein weiterer Fastenklassiker. Wer 40 Tage und Nächte durchhält, nimmt meistens ab. Vor allem zu Beginn einer Abstinenzphase fällt es vielen schwer, Gewohnheiten zu ändern. Helfen können dabei alkoholfreie Biere oder Fruchtcocktails. Weitere Alternativen: Gemüsesäfte und würzige Teesorten. Zigaretten : Der Verzicht aufs Rauchen kann für manche der Einstieg in den Ausstieg sein. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bessere Kondition, mehr Geld im Portemonnaie, frischer Atem. Alternativen: Kaugummis, Lollis. Autofahren : Kollektives Autofasten bietet unter anderem das katholische Bistum Trier oder die Evangelische Kirche im Rheinland an. Dort bekommen Teilnehmer sogar günstigere Tickets für den öffentlichen Nahverkehr. Wer wochenlang auf sein Auto verzichtet, leistet einen Beitrag zur CO2-Reduzierung. Ein Umstieg aufs Fahrrad steigert die Fitness. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, hat mehr Zeit zum Lesen, Musikhören oder Träumen. Alternativen: Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel, Laufen. CO2-Fasten : Tipps zum umweltbewussten Fasten gibt etwa die CO2-Fastenaktion der katholischen Jugend im Diözesanverband Würzburg. Denn nicht nur beim Autofahren, sondern auch, wenn man das Licht einschaltet oder heiß duscht, wenn der Fernseher im Stand-by-Betrieb ist oder wenn Lebensmittel hergestellt werden wird CO2 verbraucht. Alternativen: Duschen statt baden, weniger Fleisch essen, Kerze statt Lampe, bewusster einkaufen, zum Beispiel Kartoffeln vom Bauern um die Ecke.

Plastik : Gemeinsames Plastikfasten bietet unter anderem der Verbraucherservice Bayern im Katholischen Deutschen Frauenbund an. Er rechnet vor: Pro Kopf verbrauchen die Deutschen durchschnittlich 65 Plastiktüten im Jahr. „Während der Fastenzeit fallen in einem Vierpersonenhaushalt rein rechnerisch 35 Tüten an.“ Wer für sieben Wochen auf knisternde Tüten und unnötige Verpackungen verzichtet, verursacht weniger Plastikmüll und tut so etwas für das gute Gewissen. Alternativen: die gute alte Einkaufstasche, Papiertüten für Obst und Gemüse, Einkauf auf dem Markt. Beleidigungen : Auf Schmähungen und Schimpfworte zu verzichten, kann ein unterhaltsamer Wettbewerb vor allem für Familien sein. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat die Fastenzeit 2015 unter das Motto „Sieben Wochen ohne Runtermachen. Du bist schön!“ gestellt. Alternativen: kreative Umschreibungen, tief durchatmen und lächeln statt lospoltern, Humor statt Beleidigung – zum Beispiel mithilfe des „Schimpfwort-Generators“ der Kinderzeitschrift „Geolino“. Smartphone, Soziale Medien & Co : Wie das Ausklinken aus der Dauerkommunikation gelingen kann, zeigt zum Beispiel die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen mit Tipps zum Handyfasten. Die Vorteile: mehr Zeit für Bücher und Gespräche, Entdeckungen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Blickkontakt mit fremden Menschen, weniger Ablenkung und mehr Konzentration, Zeit zum Nachdenken. Alternativen: Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, Radio hören.Heilfasten : Hier gibt es unterschiedliche Varianten: Beim Teefasten zum Beispiel werden nur Wasser und Kräutertees getrunken, beim Früchtefasten gibt es mehrmals täglich Obst oder gedünstetes Gemüse.

Von Cordula Dieckmann

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