Trotz fehlender Beweise

Deutscher in USA wegen Mordes schuldig gesprochen

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Christian Karl Gerhartsreiter soll den Sohn seiner Vermieterin getötet haben.

Los Angeles - Direkte Beweise gibt es nicht. Dennoch wird ein deutscher Hochstapler in den USA wegen Mordes verurteilt. Dem gebürtigen Bayern, der sich als „Rockefeller“ ausgab, droht lebenslange Haft.

Ein deutscher Hochstapler ist trotz fehlender direkter Beweise in den USA wegen Mordes schuldig gesprochen. Nach dem Urteil der Geschworenen in Los Angeles vom Mittwoch (Ortszeit) hat der gebürtige Bayer vor 28 Jahren den Sohn seiner Vermieterin getötet, wie US-Medien berichteten. Das Strafmaß soll Ende Juni bekanntgegeben werden. Christian Karl Gerhartsreiter (52) drohen zwischen 26 Jahren und lebenslange Haft. Er lebte in den 1980er Jahren unter dem Namen Christopher Chichester in Kalifornien. Später gab er sich unter anderem auch als „Clark Rockefeller“ aus.

In dem dreiwöchigen Prozess waren Dutzende Zeugen zu Wort gekommen. Es gab keine direkten Beweise - wie Blutspuren oder Augenzeugen -, die den Deutschen mit dem Verbrechen in Verbindung brachten. Die Staatsanwaltschaft hatte Gerhartsreiter als kaltblütigen Mörder dargestellt, der jahrzehntelang ein „Meister“ im Manipulieren gewesen sei und sich hinter verschiedenen Identitäten versteckt habe.

John Sohus (27) und dessen Frau Linda waren 1985 spurlos verschwunden. Gerhartsreiter lebte damals in einem Gästehaus auf dem Grundstück der Sohus-Familie. Die Leiche des Mannes wurde neun Jahre später bei Bauarbeiten im Garten gefunden, sie konnte erst 2008 mit neuen DNA-Methoden identifiziert werden. Von der Frau fehlt weiter jede Spur.

Nach dem Verschwinden des Paares siedelte der Deutsche an die US-Ostküste um, wo er unter verschiedenen Namen lebte. Gerhartsreiter war bereits 2008 wegen Entführung seiner damals siebenjährigen Tochter zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

dpa

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