Wetterkatastrophe

Unwetter in Deutschland: Zahl der Todesopfer steigt auf 80 - Über 1000 Menschen vermisst - Lage weiter angespannt

Die Zahl der Unwetter-Toten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen muss ständig nach oben korrigiert werden. News-Ticker zur Natur-Katastrophe in Deutschland.

Update vom 16. Juli, 7.10 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Toten auf 50 gestiegen. „Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz am Freitagmorgen. Die Bergungsarbeiten liefen weiter.

Bereist am Donnerstagabend wurden aus NRW rund 30 Tote gemeldet. Die Zahl der Todesopfer im Westen Deutschlands erhöht sich somit auf 80.

Update vom 16. Juli, 6.35 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Menschen nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands Hilfen zugesagt. „Wir werden sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht alleine lassen und werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht“, sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Washington.

Merkel sagte, ihr gehe das Leid der Betroffenen sehr nahe. Es sei ein Tag gewesen von Angst um Leben und Besitz, ein Tag der Sorgen und Verzweiflung. Hunderttausende hätten erleben müssen, dass Wohnhäuser zu „Todesfallen“ geworden seien.

Im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler spitzt sich die Situation währenddessen weiter zu. Wie die Kreisverwaltung am Donnerstagabend bestätigt hatte, werden aktuell 1300 Personen vermisst. Eine Sprecherin erklärte, das Mobilfunknetz sei lahmgelegt - und daher gebe es keinen Handy-Empfang und viele Menschen seien nicht erreichbar. „Wir hoffen, dass sich das klärt“, sagte sie zu der hohen
Zahl. Zugleich teilte der Kreis mit, dass es weitere Todesopfer gebe. Konkrete Zahlen wollte die Sprecherin dazu noch nicht nennen.

Nach wie vor seien über 1000 Angehörige von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, THW, DRK und weiterer Katastrophenschutzeinheiten aus weiten Teilen von Rheinland-Pfalz, dem südlichen NRW sowie dem angrenzenden Baden-Württemberg im Einsatz.

Update vom 15. Juli, 23 Uhr:

BundeslandBekannte Anzahl an Todesopfern
Nordrhein-Westfalen30 Tote
Rheinland-Pfalz28 Tote

Update vom 15. Juli, 22.31: Nachdem sich das tragische Ausmaß in den vom Hochwasser überschwemmten Gebieten andeutet, haben nach Angela Merkel aus Washington weitere deutsche Politgrößen den Opfern in NRW und Rheinland-Pfalz ihr Mitgefühl geäußert. Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) machte sich in Altena und Hagen ein Bild von der Lage, Vizekanzler Olaf Scholz unterbrach seinen Urlaub und auch die polarisierende Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kehrte vorzeitig aus ihrem Urlaub zurück, wie die dpa schildert.

Nach Angaben von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) wird die Bundesregierung ein Hilfsprogramm für die Betroffenen bereitstellen. „Wir werden ein Soforthilfeprogramm auflegen“, kündigte Klöckner an. Die Bundeswehr schickte bereits mindestens 850 Männer und Frauen zur Unterstützung der Rettungsarbeiten in die Krisenregionen, außerdem wurden Hilfskräfte des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) nach Mitteldeutschland beordert.

Unwetter in Deutschland: Flüchtende suchen Schutz - „Es ist wirklich verheerend“

Update vom 15. Juli, 20.42 Uhr: Die Auswirkungen der dramatischen Hochwasserlage erscheinen aktuell noch überhaupt nicht absehbar. Fortlaufend erfolgen aus den betroffenen Bundesländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen neue Hiobsbotschaften mit korrigierten Opferzahlen und der Erklärung, dass zahlreiche Personen noch vermisst seien.

Nach Unwettern im Westen Deutschlands sind derzeitigen Erkenntnissen nach fast 60 Menschen gestorben - und die Zahl wird vermutlich weiter wachsen. In Rheinland-Pfalz werden Dutzende Menschen vermisst. Politiker äußerten ihr Mitgefühl, dankten den Helfern und Einsatzkräften und machten sich auf den Weg ins Katastrophengebiet. In den betroffenen Krisengebieten ist die Lage enorm unübersichtlich.

Währenddessen wird der WDR für seine (lückenhafte?) Berichterstattung kritisiert und sieht sich zu einem Statement genötigt.

Retter und Retterinnen brachten Menschen in überschwemmten Orten zum Teil mit Booten in Sicherheit. Viele suchten auf Bäumen und Hausdächern Schutz vor den Fluten, Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Es sei schwierig, die Vermissten zu erreichen, da das Mobilfunknetz zum Teil ausgefallen sei, sagte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD). „So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend.“

In der Eifel haben heftige Regenfälle für Überschwemmungen gesorgt - mit einer zweistelligen Todeszahl.

Flutkatastrophe mit heftigen Folgen: Todeszahlen steigen unaufhaltsam - Viele Vermisste

Update vom 15. Juli, 19.55 Uhr: Bei einer der größten Unwetterkatastrophen der Nachkriegszeit in Deutschland sind in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz weit über 40 Menschen gestorben. Dazu gelten dutzende Menschen am Donnerstag als vermisst. Da an vielen Orten das Strom- und Telefonnetz ausfiel und Rettungseinsätze noch liefen, blieb die Lage unübersichtlich. Mehrere Kreise in der Eifel riefen Katastrophenalarm aus. Die wirtschaftlichen Schäden ließen sich noch nicht beziffern.

Besonders stark betroffen waren der Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler mit 19 Toten und das südlich von Köln gelegene Kreis Euskirchen mit 15 Toten, wie die zuständigen Polizeistellen jeweils mitteilten. Teilweise konnten die Toten noch nicht geborgen werden. Das Ahrtal galt als von der Außenwelt abgeschnitten und ist nicht mal mehr über eine Zufahrtsstraße erreichbar.

In Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der bestätigten Todesfälle bis zum frühen Abend bei insgesamt 26. Außer den 15 Verstorbenen im Bereich Euskirchen starben drei Menschen in Rheinbach. Zudem gab es Tote in Köln, im Kreis Unna, in Altena, in Geilenkirchen und in Solingen. Dazu könnten angesichts der vielen Vermissten noch weitere Tote kommen. Auch in der angrenzenden Region gibt es große Probleme: Im benachbarten Belgien starben mindestens vier Menschen.

Update vom 15. Juli, 18.15 Uhr: Die Eifel zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wird schwer durch die Hochwasser-Katastrophe* getroffen. Bilder aus der Region dokumentieren das ganze Ausmaß der Zerstörung durch die Flut - und den Einsatz eines Polizeihubschraubers zur Rettung von Anwohnern (siehe Link).

Unwetter/Hochwasser in Deutschland: Angela Merkel spricht zu Opfern und Angehörigen

Update vom 15. Juli, 16.25 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) äußert sich zur Hochwasser-Katastrophe in der Eifel. „Meine Gedanken sind bei den Menschen in den Hochwasser-Gebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz“, sagt die deutsche Regierungschefin mit offensichtlich feuchten Augen und berichtet von „vielen Videobotschaften europäischer Kollegen, die Solidariotät mit Deutschland zeigen“.

„Starkregen und Überschwemmungen“ würden das „nur unzureichend beschreiben“, was die Menschen in der Eifel erlebt hätten, erklärt sie weiter: „Ich bin erschüttert von den Berichten aus den Orten, die unter Wasser stehen. In denen Menschen von den Dächern ihrer Häuser gerettet werden.“ Es habe Tote gegeben, berichtet die Kanzlerin, den Angehörigen gelte ihre „tief empfundene Anteilnahme Es sind viele, um die wir noch bangen müssen. Es wird alles getan, um die Vermissten zu finden“.

Merkels Stimme zittert mehrmals während ihres Statements. Sie bedankt sich bei den Helfern für deren „unerdmüdlichen Einsatz. Ich möchte den Helfern von ganzem Herzem für ihren Einsatz danken, von dem wir wissen, dass er ganz gefährlich ist“. Es seien „entsetzliche Tage für die Menschen in den Hochwassergebieten. Alle Kräfte unseres Staates werden alles daran setzen, Leben zu retten“, erklärt sie. Weiter schildert Merkel, dass sie nach den schlimmen Verwüstungen und Schäden bereits Gespräche mit dem Bundesfinanzminister über mögliche finanzielle Hilfen geführt habe. Aktuell habe aber die „Notwendigkeit Menschenleben zu retten, wo immer das möglich ist“, Vorrang. Nach wenigen Minuten war ihre Stellungnahme beendet.

Update vom 15. Juli, 16.20 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)* will sich noch heute Nachmittag zum Hochwasser in Deutschland mit Schwerpunkt in der Eifel in NRW und Rheinland-Pfalz äußern. Der Zeitpunkt des Statements der Regierungschefin ist noch nicht bekannt. Fakt ist: Die Verwüstungen und Schäden in vielen Ortschaften und Städten sind gewaltig.

Bilder der Verwüstung: die Ortschaft Schuld am Rande der Eifel.

Unwetter/Hochwasser in Deutschland: Katastrophe kostet mindestens 42 Menschen das Leben

Update vom 15. Juli, 16.10 Uhr: Das Wichtigste in Kürze: Ein schlimmes Hochwasser in Deutschland* hat zwischen Mittwoch und Donnerstag weite Teile der Eifel zwischen Rheinland-Pfalz und NRW verwüstet. Auch in weiteren Städten und Kreisen von Nordrhein-Westfalen kam es zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Die Natur-Katastrophe kostete, Stand Donnerstagnachmittag, mindestens 42 Menschen das Leben. Noch Dutzende galten zu diesem Zeitpunkt als vermisst. Tausende Helfer von Feuerwehren, THW, Bundeswehr und Polizei sind im Einsatz. Einzelne Menschen in eingeschlossenen Ortschaften werden mittels Polizeihubschrauber von Dächern gerettet.

Erstmeldung vom 15. Juli: München/Koblenz/Euskirchen - Nachdem die Polizei im rheinland-pfälzischen Koblenz nach dem Hochwasser für den Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler mit der schwer betroffenen Gemeinde Schuld* zunächst fünf Tote gemeldet hatte, gab sie am Donnerstagnachmittag die Zahl von 18 Toten an. Ein Polizeisprecher wollte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP keine Angaben machen, wo die zusätzlich gemeldeten Toten gefunden wurden. Er sei gehalten, zunächst nur die erhöhte Zahl der Toten zu melden.

Unwetter/Hochwasser in Deutschland: Dutzende Vermisste nach Katastrophe in der Eifel

In dem Kreis hatten zunächst bis zu 70 Menschen als vermisst gegolten. Diese Zahl dürfte mittlerweile niedriger liegen, erklärte ein Polizeisprecher zu den Rettungsmaßnahmen.

Die Folgen der Hochwasserkatastrophe blieben im Verlauf des Donnerstags in vielen Orten unübersichtlich, weil Strom- und Telefonleitungen ausgefallen waren. So meldete der Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen mindestens acht Tote*, ohne nähere Angaben zu diesen Fällen zu machen.

Im Video: Dutzende Vermisste nach Hochwasser in der Eifel

Wie die Kölner Polizei mitteilte, starben drei weitere Menschen im Rhein-Sieg-Kreis in Rheinbach. In Euskirchen steigt die Zahl der Toten derweil auf 15. „So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Auch ihr Bundesland ist stark betroffen. (mk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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