Umstrittenes Tarifsystem

Dicke Passagiere zahlen für Flugticket drauf

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Foto: Übergewichtige Passagiere müssen bei der Fluggesellschaft Air Samoa mehr zahlen.

Wellington - Mit einem neuen Tarifsystem sorgt die pazifische Fluggesellschaft Samoa Air auf Aufregung. Kritiker sehen eine Diskriminierung von Übergewichtigen. Die Airline verteidigt ihre Firmenpolitik - und wirbt mit günstigen Preisen für Familien.

Die kleine pazifische Fluggesellschaft Samoa Air berechnet ihre Flugpreise seit kurzem nach Gewicht - und hat damit gemischte Reaktionen ausgelöst. Während Familien mit Kindern für ihre Kleinen weniger bezahlen müssen, sehen Kritiker in der Firmenpolitik eine Diskriminierung übergewichtiger Reisender. Auf der Webseite der Fluggesellschaft kann der Passagier beim Buchen jetzt sein geschätztes Gewicht und das Gewicht seines Gepäcks eingeben, um sich den Tarif berechnen zu lassen.

Samoa Air hatte das neue Tarifsystem im März nach eigenen Angaben als erste Fluggesellschaft der Welt eingeführt. Auf der kürzesten lokalen Verbindung werden 0,44 US-Dollar (0,34 Euro) pro Kilo fällig, bei einem Flug ins benachbarte Amerikanisch-Samoa sind es 1,97 Dollar. "Am angenehmsten überrascht sind die Familien, denn wir kassieren nicht pro Sitz, deshalb kann eine Familie deutlich billiger als früher fliegen", sagte Airline-Chef Chris Langton dem australischen Radiosender ABC.

"Eine Stigmatisierung von Menschen"

Die Sprecherin der neuseeländischen Gruppe "Kampf dem Übergewicht", Robyn Toomath, verurteilte dagegen die neue Tarifpolitik. "Das ist eine Stigmatisierung von Menschen und wirklich sehr diskriminierend", sagte sie dem Sender.

Samoa Air hat nur kleine Flugzeuge vom Typ Cessna 172 und Britten Norman (BN2A) mit bis zu zehn Sitzen. Sie verkehren zwischen Samoa und einigen pazifischen Nachbarinseln. Samoa liegt im südwestlichen Pazifik und 2500 Kilometer nordöstlich von Neuseeland.

dpa

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