Til Schweiger zu Fremdenhass

"Die Leute sind so abgestumpft"

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Foto: Schauspieler Til Schweiger im Juni 2015 in Berlin am Rande der Verleihung des 65. Deutschen Filmpreises "Lola".

Hamburg - In der Debatte um Fremdenhass gegen Flüchtlinge legt Til Schweiger nach. Leider gebe es zu viele Menschen, die den ganzen Tag vorm Fernseher säßen und deshalb "so abgestumpft sind". Er erinnerte sie daran, dass "die Deutschen auch einmal auf der Flucht waren".

"Es gibt offensichtlich mehr Menschen mit rechtem Gedankengut, als uns lieb ist", sagte Schweiger in der vergangenen Ausgabe des ARD-Nachtmagazins. "Und dann haben wir viele Leute, die nicht nachdenken, weil sie keine Phantasie haben und weil sie den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen." Sie schauten sich Reality-Shows an, in denen sich Menschen gegenseitig beleidigten. "Das prallt nicht an einem ab." Eine Ursache für den Fremdenhass in Deutschland sehe er deshalb auch im TV-Programm. "Das deutsche Fernsehen trägt seinen Teil dazu bei, dass die Leute so abgestumpft sind."

Schweiger reagierte damit auf die vielen Hass-Kommentare, die er am Wochenende auf seiner Facebook-Seite bekommen hatte. Er hatte am Samstag einen Hinweis auf eine Spendenaktion in Hamburg geteilt. Daraufhin posteten Dutzende Menschen ausländerfeindliche Meinungen.

"Uns hilft auch keiner wie (sorry) dämlich und ungebildet ist das denn bitte?", schrieb jemand. „Hab selbst genug Geldprobleme und andere Probleme, kann keinen anderen Menschen helfen, ich bekomme auch keine Hilfe...“, meinte eine Frau. Dagegen war folgender Kommentar noch harmlos: "Wir haben hier in Deutschland selbst nix zu essen und dann noch was spenden."

Schweiger war deshalb wütend geworden. "Ihr seid zum Kotzen!", schrieb er auf seiner Facebook-Seite. Im Nachhinein sagte er: Diese Reaktionen habe er schon einmal erlebt, als er dazu aufgerufen habe, syrischen Flüchtlingen zu helfen. Deshalb seien die Kommentare am Wochenende nicht unerwartet gewesen. Der Hass auf Flüchtlinge habe jedoch eine neue Qualität erreicht. "Ich habe damit gerechnet, aber nicht in dieser Vehemenz."

Er rief die Deutschen dazu auf, den Flüchtlingen zu helfen. "Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt", sagte Schweiger. "Die Deutschen waren auch einmal auf der Flucht." Das hätten viele Menschen aber vergessen.

wer

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