Einbrecherbande tourt durch Niedersachsen

Diebesgut Reitsattel

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Foto: Bei 34 Einbrüchen haben die Diebe fast 100 zumeist sehr wertvolle Sättel gestohlen.

Hannover - Sie kommen nachts, brechen in Reitställe ein und plündern Sattelkammern: Auf Reitzubehör spezialisierte Diebe machen Reitvereinen und Polizei in Niedersachsen Sorgen.

Eine auf hochwertige Reitsättel spezialisierte Einbrecherbande sorgt seit Monaten für Unruhe in der niedersächsischen Reitsport-Szene. Von Januar bis Mai habe die Polizei landesweit 34 Einbrüche in Sattelkammern registriert, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover. Dabei wurden fast 100 zumeist sehr wertvolle Sättel und diverses Reitzubehör gestohlen.

Zuletzt hatten die Täter am vergangenen Wochenende in Einbeck zugeschlagen. Sie brachen beim örtlichen Reit- und Fahrverein zwei Sattelkammern auf und entwendeten fünf Sättel im Wert von zusammen rund 7000 Euro. Die Polizei hat von den Tätern bisher keine konkrete Spur.

Für die Reitvereine entwickele sich die Diebstahlserie zunehmend zum Problem, sagte der Vorsitzende des Pferdesportverbands Hannover, Axel Milkau. "Ich vermute, dass die Beute in Nachbarländer transportiert und dort preiswert unter der Hand angeboten wird." Das LKA geht davon aus, dass die Täter sich im Bereich Reitsport bestens auskennen, sagte Sprecherin Nadine Bunzlau. "Denn die Einbrecher gehen zumeist sehr gezielt vor". So erbeuteten sie alleine aus einem Reitstall bei Jembke im Kreis Gifhorn in einer Nacht Ende April zehn Sättel. Andere Tatorte der jüngsten Vergangenheit liegen in den Kreisen Verden, Celle, Delmenhorst, Diepholz, in der Grafschaft Bentheim oder in Ostfriesland.

Die Betroffenen kämen wegen der Diebstähle oft in finanzielle Schwierigkeiten, sagte Verbands-Chef Milkau. Denn es sei nicht selbstverständlich, dass die Versicherungen den Wert der gestohlenen Sättel in vollem Umfang ersetzten. Der Pferdesportverband appelliere deshalb immer wieder an die Vereine, die Sicherheitsstandards zu erhöhen und Einbrüche in Sattelkammern zu erschweren.

Auch in früheren Jahren gab es in Niedersachsen bereits größere Serien von Sattel-Diebstählen. So hatte die Polizei alleine zwischen Januar 2000 und Februar 2001 landesweit rund 150 Taten registriert. Den Schaden bezifferten die Ermittler damals auf mehr als 800 000 Euro. 2006 hatte das Landgericht Hildesheim fünf Mitglieder einer sogenannten Sattelbande zu Haftstrafen zwischen viereinhalb und zwölf Jahren verurteilt. Ihnen wurden 70 Einbrüche zur Last gelegt, bei denen sie Beute ein Millionenhöhe gemacht hatten.

dpa

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