Stadt, Land, Fluss

Diercke hat immer noch gute Karten

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Bald mit einer neuen Auflage auf dem Markt: Der Diercke.

Hannover - Trotz Google Maps kann sich der Atlas laut Verlagen am Markt behaupten – vor allem im Schulunterricht bleibt er wichtig. Im Mai soll eine neue Diercke-Auflage erscheinen.

Ortskenntnis gewinnt der Mensch im Zeitalter des Internets im Flug. Genauer gesagt im Sturzflug. Klick für Klick kann sich der Nutzer von Google Maps direkt aus dem Satellit hinabzoomen, so nah an Mutter Erde, bis selbst der kaputte Ziegel eines Daches erkennbar ist.

Vorbei scheint die Zeit, in der sich Stadt, Land, Fluss im Atlas erschlossen. Doch ist sie wirklich vorbei? Nein, sagen Verlage. Das Haptische sei ein wesentliches Argument für den alten Atlas, meint Nicole Weiffen, Sprecherin des Bibliographischen Instituts in Berlin, zu dem Meyers Atlanten gehören. Die Nachfrage sei „nicht mehr wie vor 20 Jahren“, dennoch gebe es weiter viele Käufer – auch in der jüngeren Generation.

„Atlanten sind weiter sehr beliebt“, betont auch Regine Meyer-Arlt, Pressesprecherin des Westermann-Verlags in Braunschweig. Dort erscheint der Diercke, einer der Klassiker unter den deutschen Atlanten. „Vor allem im Schulunterricht ist der Atlas weiterhin ein wichtiges Medium“, sagt die Sprecherin weiter. Natürlich könne man mit Google Maps Orte besser lokalisieren als im alten Kartenwerk, so Meyer-Arlt.

Doch auch der Atlas hat allerhand auf seiner Habenseite: Im Gegensatz zum Internetunternehmen, betont die Sprecherin, arbeiten die Experten von Westermann und Co. thematisch. Im Atlas erfahre der Leser etwas über die Wirtschaft, die Bodenschätze, die physischen und politischen Beschaffenheiten einer Region. Über Auflagenentwicklung und Zahl der gedruckten Exemplare will Meyer-Arlt zwar nichts sagen. Dass sich die Arbeit an klassischen Atlanten aber auch weiterhin lohnt, zeigt, dass im Mai eine neue Auflage des Diercke-Weltatlas erscheint.

Und vor dem Internet verschließt auch der Westermann-Verlag nicht die Augen. Mit der Auflage erschien 2008 eine digitale Version, und demnächst kommt eine 3-D-Version. So oder so bleibt der Atlas in aller Munde. Nach dem namengebenden Titan Atlas ist auch der Atlantik und die geheimnisumwitterte Insel Atlantis benannt.

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