Andreas Deja

Disney ehrt deutschen Star-Zeichner

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Foto: Das Bild zeigt Disney-Chefzeichner Andreas Deja 2005 im Theodor-Heuss-Gymnasium in Dinslaken – er zeigte Zeichenschülern ein paar wichtige Tipps und Tricks.

Los Angeles - Keiner nahm ihn ernst, als er mit elf Jahren eine Bewerbung an Disney schickte. Heute ist Andreas Deja ein wichtiger Teil der Märchenfabrik. So wichtig, dass der Mann, der in Dinslaken aufwuchs, eine der bedeutendsten Auszeichnungen des Micky-Maus-Konzerns erhält.

Der Sohn eines Stahlarbeiters und einer Hausfrau nahm den Absage-Brief von Disney ("Ich habe ihn heute noch") damals als Motivation. Das Schreiben ermutigte den Jungen, kreativer und eigenstaendiger zu sein – denn: "Micky Maus kann jeder zeichnen". Deja: "Ich habe es mir zu Herzen genommen und regelmässig im Kölner Tiergarten Tiere gezeichnet."

Danach studierte er an der Folkwang Universität der Künste in Essen. 1980 ging sein Kindheitstraum in Erfüllung, als er von Disney-Zeichenlegende Eric Larson – dieser schuf "Schneewittchen und die sieben Zwerge" – für dessen Team angeworben wurde. Deja lernte das Handwerk von Pike auf, die alte Schule zeigt sich bis heute: "Computeranimation ist klasse, aber ich bevorzuge immer noch einen Bleistift und ein Blatt Papier."

Nun zeichnet ihn Disny als "Disney Legend" aus – wie schon vorher zum Beispiel George Lucas. Zu Dejas Erfolgsgeschichte gehören Kino-Hits wie "Der König der Löwen” und “Aladin”. Sein Blog gilt unter Zeichnern und Graphikern in Hollywood als Bibel. Deja: "Es ist mir sehr wichtig, mein Wissen weiterzugeben." An Ruhestand denkt der 58-Jährige noch lange nicht: "Jetzt geht es erst richtig los." Ein eigener Animationsfilm mit dem Titel "Mushka" ist sein nächstes Projekt.

Dierk Sindermann

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