Zum Verwechseln ähnlich

Doppelgängerin Heidi Agan verdient ihr Geld mit dem Kate-Look

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Foto: Heidi Agan (rechts) ist seit zwei Jahren als Doppelgängerin der Herzogin von Cambridge (links) unterwegs.

London - Die Britin Heidi Agan sieht der Herzogin von Cambridge zum Verwechseln ähnlich – und verdient als Doppelgängerin mittlerweile viel Geld.

Es fing damit an, dass die Leute tuschelten. „Das ist sie!“, sagten die Gäste bei „Frankie & Benny’s“ im englischen Städtchen Kettering. Einige konnten schlicht nicht glauben, dass ausgerechnet „sie“ in einer amerikanisch-italienischen Imbissstube in der Grafschaft Northamptonshire Bestellungen aufnehmen und „Sticky Wings“ mit Cola und Chips servieren sollte. Andere fragten sie unverblümt, ob sie es wirklich sei – und was sie im kleinen Kettering tue.

Es war zu diesem Zeitpunkt, vor etwa zwei Jahren, dass Heidi Agan begriff, dass ihr Fortuna lächelte. Die junge Bedienung, eine alleinstehende Mutter zweier kleiner Kinder, hatte nämlich mit einer gewissen Person aus dem britischen Königshaus täuschende Ähnlichkeit. Die schlanke Brünette sah mit ihrem strahlenden Lächeln und ihren blauen Augen aus wie Catherine, Braut und jetzige Frau des Prinzen William. Es gab keinen Zweifel: Heidi hatte den „Kate-Look“ – überall sahen ihr die Leute nach.

Da fasste Agan einen Beschluss, der ihr Leben veränderte. Sie gab ihren Job in der Imbissstube auf – und heuerte bei einer Londoner Doppelgänger-Agentur an. Seither ist sie „über alle Maßen glücklich“. Sie lässt sich für Werbe- und Zeitungsschnappschüsse engagieren, tritt regelmäßig im Fernsehen auf, reist zu Medienveranstaltungen kreuz und quer durch die Welt und hat doch „mehr Zeit als früher für die Kinder“. Außerdem scheffelt sie ganz schön Geld: Ihr Standardtarif ist 650 Pfund pro Auftritt. Bei „Frankie & Benny’s“ verdiente sie gerade mal sechs Pfund die Stunde.

Einen Teil der Einnahmen muss sie natürlich wieder investieren. In Kleider, die wie Kates Kleider aussehen, in Utensilien, wie sie die Herzogin von Cambridge benutzt. Die teuersten Schuhe, die sie je gekauft habe, hätten 200 Pfund gekostet, berichtet Agan. Und das teuerste Kleid 300 Pfund. Das sei ja noch vertretbar, wenn man bedenke, was die Originale gekostet hätten. Vom Hochzeitskleid besitzt sie eine billige Kopie.

Täglich übe sie vorm Spiegel ihre Posen, beteuert die 32-Jährige, die die britischen Medien statt einer „Copy-Cat“ eine „Copy-Kate“ nennen. Die Haltung der Herzogin, ihre Manierismen, den Umgang mit William. Das müsse man ja machen, wenn man „die beste Kate“ sein wolle, sagt sie. Sie ist tatsächlich so gut und so glaubwürdig, dass man ihr kürzlich bei einem Auftritt am Times Square in New York gleich auch ein paar Leibwächter mit auf die Straße schickte.

„Manchmal muss ich mich kneifen, um es glauben zu können“, sagt das Ebenbild der künftigen Königin von Großbritannien fröhlich. Ihr vierjähriges Töchterlein Abigail hat heute noch Schwierigkeiten, das „doppelte Käthchen“ auseinanderzuhalten. „Schau mal, Mummy, da bist ja du!“, sage die Kleine gelegentlich, wenn sie in einer Zeitschrift auf Kate stoße, berichtet Agan. Abigail und ihr elfjähriger Bruder Blake seien jedenfalls „sehr stolz“ auf sie und ihren gegenwärtigen Job.

Auch der Mutter gefällt die neue Beschäftigung „viel besser als das ewige Bedienen“. Über soziale Medien verfolgt sie die neueste Mode, die öffentlichen Auftritte und die kleinen und großen Veränderungen bei der Herzogin. Jüngst hat sie sich ein Sortiment unterschiedlich großer Polster besorgt, um mit der Schwangerschaft Kates Schritt halten zu können. „So, wie sie wächst, wachse auch ich“, hat die 32-Jährige der BBC erklärt. „Ich finde das wichtig – authentisch zu bleiben.“ Womit sie sich nach der Geburt des Kindes behelfen will, hat sie noch nicht gesagt.

Natürlich kennt auch Agans Nachahmungseifer Grenzen. Als die Herzogin von Cambridge im vergangenen Jahr bei einem Urlaub in Frankreich oben ohne fotografiert wurde, äußerte ihre Doppelgängerin Empörung über „diese Verletzung der Privatsphäre“ durch einen dreisten Fotografen. Sie selbst, meinte Agan, wäre „zur Polizei gegangen“. Und diesen spezifischen Kate-Look werde sie sich sparen. Nein, der schicke sich für eine Mutter von zwei Kindern wirklich nicht.

Auch die Prinzenrolle ist gefragt

Spätestens seit ihrer Hochzeit sind Prinz William und seine Ehefrau Catherine, die Herzogin von Cambridge, die Stars der britischen Monarchie. Vieler ihrer Landsleute möchten das royale Paar gern einmal treffen, mit ihm reden – was aber selten klappt. Deshalb müssen sich die meisten mit Doppelgängern begnügen, die für Fernsehshows oder Partys sehr gefragt sind. Doppelgänger von William gibt es allerdings nicht viele.

Einer von ihnen ist der Bayreuther Michael Zartner, der in Militäruniformen seinem Nebenberuf nachgeht. Seit den Bayreuther Festspielen 2007 ist der heute 40-Jährige als Prinz-William-Double unterwegs. Ein Fotograf habe ihn im ersten Augenblick für den echten Prinz William gehalten und ihn abgelichtet, erzählt Zartner. Der Irrtum wurde schnell aufgeklärt, doch die Verwechslung brauchte ihn auf die Idee, den Prinzen bei Auftritten in Deutschland, aber auch im Ausland zu doubeln. „Ich bin ein relativ offener Mensch, ich habe mein ganzes Leben das gemacht, was mir Spaß macht“, sagt der gelernte Schreiner. Eine deutsche Kate-Doppelgängerin und ein Prinz-Harry-Double hat er allerdings noch nicht gefunden.

Peter Nonnenmacher

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