900 Betriebe weniger in drei Jahren

Die Dorfkneipe stirbt langsam aus

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Hannover - Auf dem Land haben es viele längst gemerkt, nun haben Statistiker den Beleg geliefert: Viele kleine Gaststätten und Kneipen haben in den vergangenen Jahren in Niedersachsen dicht gemacht: 900 sind es an der Zahl, oder sieben Prozent der Gastronomiebetriebe. Das Land ist davon eher betroffen als die Stadt.

Für viele Gastwirte in Niedersachsen lohnt sich die Arbeit nicht mehr. Landesweit haben innerhalb von drei Jahren mehr als 900 Betriebe aufgegeben. Das sind fast sieben Prozent aller gastronomischen Unternehmen, teilte das Landesamt für Statistik in Hannover mit. Die Angaben beziehen sich auf die Jahre 2009 bis 2012.

Betroffen seien besonders traditionelle Gaststätten und Kneipen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Niedersachsen, Rainer Balke. "Vor allem für kleinere Betriebe wird es immer schwieriger, so viel Ertrag zu erwirtschaften, dass es reicht, um eine Familie zu ernähren."

Hintergrund der Entwicklung sei ein anderes Freizeitverhalten der Bevölkerung, sagte Balke. "Viele gehen abends nicht mehr in die Gaststätte, um unterhalten zu werden." Das Nichtraucherschutzgesetz habe ebenfalls "seinen Teil dazu beigetragen, dass gerade kleinere Gaststätten unattraktiver geworden sind".

Nach Angaben der Statistiker gab es 2012 landesweit fast 8900 Restaurants und Imbiss-Stuben, 3678 Schankwirtschaften und andere Gastronomiebetriebe wie Diskotheken, Bars, Tanz- und Vergnügungslokale.

dpa

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