Kindesentführung in Griechenland

Drei Festnahmen im Fall „Marie“

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Foto: Die vermutlich entführte Marie mit Christos Salis (r.) und Eletheria Dimopoulou (l.). DNA-Test ergaben, dass die Vierjährige nicht mit dem als ihre Eltern posierenden Paar verwand ist.

Athen/Mytilini - Wegen des Verdachts der Kindesentführung hat die griechische Polizei auf der Ägäis-Insel Lesbos drei Personen festgenommen. Es handele sich um drei Personen im Alter von 51, 19 und 21 Jahren, zwei Frauen und einen Mann, berichtete die Nachrichtenagentur ANA-MPA am Mittwoch.

Im griechischen Rundfunk hieß es unter Berufung auf die Polizei, die Roma-Familie habe vor einigen Tagen versucht, einen zweieinhalb Monate alten Jungen beim Standesamt der Inselhauptstadt Mytilini anzumelden, ohne die erforderlichen Papiere vorzulegen. Demnach erklärte die Familie, das Kind von anderen Roma in Athen übernommen zu haben. Früher am Tag hatten griechische Medien berichtet, griechische und bulgarische Sicherheitsbehörden suchten in der südwestbulgarischen Grenzstadt Sandanski nach dem leiblichen Vater der kleinen Maria. Bulgarische Behörden wollten die Information jedoch zunächst nicht bestätigen, wie ANA-MPA berichtete. Das Mädchen war am vergangenen Donnerstag in einer Roma-Siedlung im mittelgriechischen Farsala bei einer fremden Roma-Familie gefunden worden. Das Ehepaar, bei dem das Kind lebte, wurde am Montag unter dem Vorwurf der Kindesentführung in U-Haft genommen. Vor dem Haftrichter hatten die beiden ausgesagt, ein Paar aus Bulgarien habe ihnen das Kind anvertraut, weil es nicht in der Lage gewesen sei, das Mädchen großzuziehen.

dpa

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