Nach Ermittlungen in Spanien

Drei Hells Angels festgenommen

+

Braunschweig - Drei Männer, die als Handlanger des Mallorca-Charters der Hells Angels gelten sollen, wurden in Deutschland festgenommen. Einer der Festgenommenen, Karsten W., soll aus dem niedersächsischen Wolfenbüttel stammen und wurde mit einem europäischen Haftbefehl gesucht.

Seit genau zwei Monaten sitzt der hannoversche Rockerchef Frank Hanebuth auf der spanischen Ferieninsel Mallorca im Gefängnis. Die Ermittlungen der spanischen Justiz erreichen jetzt auch Deutschland. Die Spanier erwirkten die Festnahme von drei Männern in Niedersachsen, Hessen und Süddeutschland, die nach Informationen des NDR-Magazins „Panorama 3“ als Handlanger des Mallorca-Charters gearbeitet haben sollen.

Die Generalstaatsanwaltschaft Braunschweig teilte gestern mit, dass einer der Verhafteten aus dem Kreis Wolfenbüttel stammt. Er sitze derzeit in Auslieferungshaft, über seinen Fall müsse erst noch das zuständige Oberlandesgericht entscheiden, sagte ein Sprecher. Die Ermittlungen führten allerdings allein die spanischen Behörden, die den Verhafteten für ein mutmaßliches Mitglied einer kriminellen Vereinigung halten.

Unterdessen haben Hanebuths Anwälte noch immer keinen Einblick in die Ermittlungsakten erhalten. Geplant war, dass die Unterlagen der spanischen Behörden den Juristen am vergangenen Montag zugänglich gemacht werden sollten. „Doch bis heute haben wir noch keine Nachricht von der Justiz aus Madrid erhalten“, sagt Götz von Fromberg, Hanebuths langjähriger Rechtsbeistand in Hannover. Der Strafverteidiger geht inzwischen davon aus, dass er und seine spanischen Kollegen die Akten erst Ende Oktober einsehen können. Dann müssen sie erst genau durchgearbeitet werden, bevor mögliche rechtliche Schritte gegen die Inhaftierung Hanebuths eingeleitet werden können. Es wird also noch einige Zeit dauern, bis Bewegung in den Fall kommt.

Von der Durchsicht der Ermittlungsergebnisse erhoffen sich Hanebuths Anwälte Informationen über die konkreten Vorwürfe der Polizei und der Staatsanwaltschaft gegen ihren Mandanten. „Alle bisherigen Äußerungen sind ja nach wie vor pauschal gegen alle gerichtet, die damals von der Razzia betroffen waren“, sagt von Fromberg.

Ende Juli hatten die spanischen Behörden 24 Personen, die direkt oder indirekt zu dem mallorquinischen Klub der Hells Angels gehören, festgenommen – darunter den mächtigen hannoverschen Hells Angel Hanebuth. Die Vorwürfe gegen die Mitglieder des Mallorca-Charters lauteten auf Geldwäsche, Drogenhandel, Förderung der illegalen Prostitution und Erpressung.(mit: dpa/afp)

1906617

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare