Polizei bereitet sich vor

Droht ein Rockerkrieg an der Küste?

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Wilhelmshaven - An der Küste droht offenbar eine größere Auseinandersetzung zwischen verfeindeten Rockergruppen. Nach Informationen der HAZ haben die Red Devils, ein Unterstützerklub der Hells Angels, Mitglieder befreundeter Charters aus dem gesamten Nordwesten nach Wilhelmshaven gerufen.

Die Red Devils planen demnach einen Überfall auf Mitglieder der Riders, dem ältesten Rockerklub der Stadt. Eine Sprecherin der Polizei in Wilhelmshaven wollte keine konkreten Angaben dazu machen, ob eine Eskalation in Wilhelmshaven droht. „Wir bereiten uns entsprechend vor und werden da sein, wenn es etwas geben sollte“, sagte sie lediglich. „Wir sind sensibel und gewappnet für Freitagabend.“ Seit die Hells Angels sich 2013 in Wilhelmshaven niedergelassen haben, herrscht Unruhe in der Stadt. Die Rocker streiten um die Vorherrschaft im Milieu, es geht um Drogen und Schutzgeld.

Nach Angaben eines Mitglieds aus der Szene nimmt die Brutalität der Auseinandersetzungen zu. „Es eskaliert gerade richtig“, sagt der Mann, der anonym bleiben möchte. Schon vor zwei Wochen waren die Red Devils mit den Riders aneinandergeraten. 20 bis 30 Personen sollen nach Angaben der Polizei in der Wilhelmshavener Südstadt aufeinander losgegangen sein. Eine Woche später gab es einen Brandanschlag auf ein Klubhaus der Riders. Die Vorfälle sind im Polizeibericht dokumentiert, allerdings ohne Hinweis darauf, dass es sich bei den Tätern um Rocker handelt – aus ermittlungstaktischen Gründen, heißt es vonseiten der Polizei.

Nun sollen die Red Devils Mitglieder aus dem Ammerland, aus Oldenburg, Ostfriesland, Delmenhorst und Bremen nach Wilhelmshaven gerufen haben, offenbar um die seit zwei Wochen dauernden Scharmützel fortzusetzen. Freitagabends hielten die Red Devils ihre Vereinssitzungen ab, sagt der szenekundige Mann.

Die Polizei in Wilhelmshaven wollte keine Angaben darüber machen, ob die Behauptung mit eigenen Erkenntnissen übereinstimmt. „Wir beobachten die Szene sehr genau und gehen mit allen Informationen sehr sensibel um“, hieß es lediglich.

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