Änderung des Jugendschutzgesetzes

E-Shishas werden für Minderjährige verboten

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Sehen aus wie bunte Stifte: E-Shishas.

Berlin - E-Zigaretten und E-Shishas sollen in Deutschland künftig nicht mehr an Kinder und Jugendliche verkauft werden. Ein entsprechendes Verbot für Minderjährige hat die Regierung auf den Weg gebracht.

Die Bundesregierung will Kinder und Jugendliche besser vor E-Zigaretten und E-Shishas schützen. Dafür soll der Verkauf der Produkte - ob mit Nikotin oder ohne - an Minderjährige noch in diesem Jahr verboten werden, wie Bundesjugendministerin Manuela Schwesig (SPD) in Berlin ankündigte. Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) will außerdem nikotinfreie E-Zigaretten den nikotinhaltigen gesetzlich gleichstellen. Das würde Hinweispflichten auf der Verpackung oder Werbebeschränkungen bedeuten. Bisher fallen die elektronischen Zigaretten in eine Gesetzeslücke, weil sie keinen Tabak enthalten - inhaliert wird eine vernebelte Flüssigkeit.

Mehrere Studien zeigen, dass die Inhaltsstoffe gesundheitsschädigend sind. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) entstehen beim Verdampfen auch Carbonylverbindungen und Acetaldehyd, die als möglicherweise Krebs auslösend gelten. Die Verfechter der E-Zigarette, wie die Interessengemeinschaft E-Dampfen, bestreiten die Gefahr jedoch. So sei das Verneblungsmittel Propylenglykol eine „sichere und gut untersuchte Substanz“. Zudem argumentieren die Befürworter des E-Dampfens, dieses sei im Vergleich zum Rauchen wesentlich weniger schädlich, weil viele Schadstoffe aus dem Tabakrauch wie Teerderivate nicht enthalten sind.

Experten sehen Kinder und Jugendliche vor allem durch E-Shishas gefährdet, die wie bunte Stifte aussehen und nach Früchten oder Zuckerwatte schmecken. Außerdem können sie ans Rauchen gewöhnen. „Deshalb gehören sie verboten“, sagte Schwesig.

Die Drogenbeauftragte Marlene Mortler begrüßte die Pläne. Neueste Zahlen zeigten, dass im vergangenen Jahr unter den 16- bis 19-Jährigen gut jeder Vierte (27 Prozent) E-Zigaretten schon einmal ausprobiert habe - nach 8 Prozent im Jahr 2013. „Der sprunghafte Anstieg zeigt die fatale verlockende Wirkung der neuen E-Produkte auf Kinder und Jugendliche“, sagte Mortler. Auch der Verband des E-Zigarettenhandels unterstützt ein Verbot für Minderjährige. E-Zigaretten seien „nur für erwachsene Tabakraucher entwickelt worden“, teilte ein Sprecher mit.

Das Verkaufsverbot, das über eine Änderung des Jugendschutzgesetzes umgesetzt wird, soll auch für den Versand- und Internethandel gelten. Die strengeren Regeln für den Handel mit nikotinfreien E-Zigaretten sind Teil der neuen EU-Tabakrichtlinie, die bis spätestens Anfang 2016 deutsches Recht werden soll.

dpa

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