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Ebola-Patient in Leipzig gestorben

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Leipzig - Der vor fünf Tagen zur Behandlung nach Leipzig gebrachte Ebola-Patient ist tot. Der 56-jährige UN-Mitarbeiter starb in der Nacht zum Dienstag. Er hatte sich in Liberia mit dem Virus angesteckt.

Er war vergangenen Donnerstag mit einem Spezialflugzeug von Liberia aus nach Leipzig geflogen und seitdem dort versorgt worden. Die Ärzte hatten seinen Zustand bei seinem Eintreffen als "hochgradig kritisch, wenngleich stabil" bezeichnet.

Der Mann war der dritte Ebola-Patient, der nach Deutschland gebracht worden war. Einer wird noch in Frankfurt/Main behandelt, ein weiterer war nach fünf Wochen Behandlung gesund aus einer Hamburger Klinik entlassen worden.

In Leipzig war der Patient unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen auf der Sonderisolierstation der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin behandelt worden. Für andere Patienten, Besucher oder die Öffentlichkeit bestand nach Klinikangaben keine Gefahr einer Ansteckung.

Der Tote soll nun unverzüglich eingeäschert werden. Dafür sei die Stadt Leipzig zuständig, sagte ein Stadt-Sprecher. Der Ebola-Tote aus dem Sudan sei allerdings Muslim gewesen. "Das macht es nicht leichter, weil der Islam eine Feuerbestattung nicht vorsieht", sagte der Sprecher. Allerdings gehe in diesem Extremfall die Sicherheit vor.

Niedersachsen hat derweil Vorkehrungen getroffen, falls ein Ebola-Fall in einer drei Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge auftritt.

Verdacht in Boston nicht bestätigt

Ein Ebola-Verdacht bei fünf Passagieren einer Maschine am Flughafen von Boston hat sich nach offiziellen Angaben nicht bestätigt. Die Passagiere hätten zwar grippeähnliche Symptome gezeigt, es habe jedoch keine Infektion nachgewiesen werden können, die eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstelle, teilte die Seuchenschutzbehörde in Boston am Montag (Ortszeit) mit.

Die aus Dubai kommende Maschine der Fluglinie Emirates war zuvor am Flughafen Logan der US-Metropole gelandet und wegen des Ebola-Verdachts zwei Stunden unter Quarantäne gestellt worden. Ein Spezialistenteam in Schutzanzügen brachte die fünf Passagiere anschließend aus dem Flugzeug.Es war bereits der dritte Ebola-Verdacht in einem Passagierflugzeug in den USA binnen weniger Tage.

dpa

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