Benzinpreise

Eichamt prüft Zapfsäulen

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Foto: Ein Mitarbeiter des Eichamtes prüft die Beschaffenheit der Zapfsäule.

Bremen - Benzin und Diesel sind teuer. Autofahrer und Tankstellenbetreiber haben ein gemeinsames Interesse an genau messenden Zapfsäulen. Die einen wollen nicht zu wenig bekommen, die anderen nicht zu viel abgeben. Prüfer des Eichamtes sorgen dafür, dass die Menge stimmt.

Wer garantiert eigentlich, dass an der Tankstelle exakt soviel vom Benzin oder Diesel in den Tank fließt, wie der Autofahrer bezahlt? Ein Zwei-Mann-Team des Eichamtes Bremen zum Beispiel. Philipp Dreyer und Steffen Wohltmann sind jeden Tag unterwegs, um Autofahrern gerade bei dem ständigen Ärger über die Spritpreise diese Sicherheit zu geben.

Dreyer und Wohltmann steuern mit ihrem Prüffahrzeug eine große Tankstelle in Bremen an. „Wir erscheinen immer unangemeldet, um im Interesse der Verbraucher Manipulationen an den Tanksäulen zu unterbinden und den Schutz vor unlauteren Wettbewerb zu gewährleisten“, sagt der 44 Jahre alte Steffen Wohltmann. Seit 14 Jahren arbeitet er im Eichamt Bremen.

An diesem Tag stehen 27 Messgeräte an den Tanksäulen und zwei Reifenfüllanlagen auf dem Plan. Der erste Schritt ist immer eine sogenannte Beschaffenheitsprüfung. Sie umfasst eine Sichtkontrolle in der Zapfsäule. Alle Plomben müssen unversehrt sein. Danach wird überprüft, ob der Zapfsäulenrechner richtig eingestellt ist. Darauf folgt die messtechnische Kontrolle. Dabei werden die Menge des eingefüllten Kraftstoffs von der Tanksäule geprüft über die verschlüsselte Datenübertragung und das EDV-Kassensystem bis hin zum Kassenbon.

Als die Seriennummern des Prüfgeräts zwischen Tanksäule und Prüfberichtsbogen verglichen und der Schlauch abgetropft ist, steckt der 31 Jahre alte Philipp Dreyer die Zapfpistole für Diesel zuerst in einen 50 Liter-Messkolben, danach in einen 20 Liter-Messkolben auf dem Prüffahrzeug. Beim Ablesen der Werte für die schnelle und langsame Messung zeigen sich "Traumergebnisse". Sowohl am Display der Zapfsäule als auch an der Fernanzeige und dem Bondrucker im Kassenraum gibt es keine Fehler. Die auf der Anzeigetafel der Zapfsäule angegebene Menge Diesel fließt also wirklich in den Tank.

Fehlergrenze liegt bei 0,5 Prozent

Dreyer klebt an die betreffende Zapfsäule eine Hinweismarke für den Verbraucher, dass die Säule geeicht ist – gültig ist die Eichung bis zum 31.12.2014. Nach weiteren Prüfungen fließt der Kraftstoff vom Messkolben über einen 500 Liter-Tank auf dem Fahrzeug wieder in den unterirdischen Füllschacht der Tankstelle zurück.

Die Fehlergrenze liegt bei plus/minus 0,5 Prozent. Stellen die Prüfer einen Fehler jenseits dieser Grenze fest, wird die Säule sofort gesperrt. Der Mängelbericht geht an den Mineralölkonzern, der wiederum eine Firma mit der Neujustierung beauftragt. Danach kommt erneut das Eichamt mit seinem Prüffahrzeug. Der Pächter der Tankstelle erhält zum Abschluss ein Prüfprotokoll, jede Säule jeweils einen Hauptstempel und eine Hinweisplakette für die tankenden Kunden.

Nach Auskunft der Landeseichdirektion Bremen wurden 2011 in Bremen 1500 Messgeräte geprüft. Nur 24 Geräte fielen durch. Der 41 Jahre alte Leiter der Landeseichdirektion, Ingo Gillandt, schätzt dieses Vorjahresergebnis mit nur etwa 1,7 Prozent sogenannter Rückgaben als sehr gut ein. „Im ortsüblichen Jahresdurchschnitt liegt Bremen ansonsten bei fünf bis zehn Prozent Auffälligkeit.“

dpa/mhu

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