Unwetter im Urlaub

Aus einem Guss

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Foto: Neue Konstante: Regenschirm als Urlaubsbegleiter.

- Ein Sommer ohne Regen? Darauf kann man wohl nicht mehr hoffen. In vielen südeuropäischen Ländern kämpfen Urlauber seit Wochen mit Unwettern.

Hohe Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise – viele Mittelmeerstaaten erleben zurzeit einen tief greifenden Wandel. Nicht mal auf eine der letzten verbliebenen Konstanten scheinen sich Italiener, Kroaten und Franzosen noch verlassen zu können: auf einen Sommer ohne Regen. Zwar sind die Temperaturen im Süden durchaus sommerlich, nur beschert die Großwetterlage Urlaubern in Südeuropa seit Wochen immer wieder Regen und heftige Gewitter.

In Südtirol klagen erste Wirte bereits über ausbleibende Gäste. „Die erst Ende Juni begonnene Saison läuft doch sehr langsam“, sagt eine Wirtin, manche Hütte bleibe tagelang leer. „Singing in the Rain“ gehe im Kino, aber nicht in der bei Deutschen beliebten Opern-Arena von Verona, hielt diese Woche die Turiner Zeitung „La Stampa“ fest. Veronas Bürgermeister plane einen Wettbewerb auszurufen, um einen „Maxi-Schirm“ für die Arena bauen zu lassen. Sogar im italienischen Cilento, einer Küstenregion südlich von Neapel, klagte kürzlich eine deutschstämmige Bäckereibesitzerin, derartige Gewitter im Juli habe sie in den vergangenen 35 Jahren nicht erlebt.

In Kroatien haben sich die Schlechtwetterphasen auf die Tourismuszahlen ausgewirkt. Auf der Halbinsel Istrien in der Adria, der wichtigsten Urlaubsregion des Landes, werden weniger ausländische Gäste im zweistelligen Prozent­bereich gemeldet. Finanzminister Boris Lalovac kündigte einen Nachtragshaushalt an, weil die Saison so schlecht läuft. Im Juli suchten fünf schwere Unwetter die Küste heim. Auch vielen Frankreich-Urlaubern ist der Auftakt der Ferien vermiest worden. Im Baskenland gab es nach heftigen Stürmen in einigen Kommunen Katastrophenalarm. In einer Nacht fiel mancherorts die Regenmenge eines Monats.

Verschont von Unwettern blieb außer der spanischen Küste bisher ausgerechnet einer der wirtschaftlich gebeuteltsten Mittelmeeranrainer. In Griechenland herrschte im Juli durchgehend Sonnenschein – zudem blieben Hitzewellen aus. Den Unwettern rundherum sei Dank.

Hanns-Jochen Kaffsack und Dirk Schmaler

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