Anklage fordert sechseinhalb Jahre Haft

Tod eines Säuglings

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Foto: Die Angeklagte Evgeniya C. soll wegen versuchten Totschlags zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt werden. Das forderte die Staatsanwaltschaft in Hildesheim.

Hildesheim - Im Prozess um den Tod eines neugeborenen Kindes hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag wegen versuchten Totschlags eine sechsjährige Haftstrafe für die 32 Jahre alte Mutter gefordert.

Im Prozess um den Tod eines neugeborenen Kindes hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag wegen versuchten Totschlags eine sechsjährige Haftstrafe für die 32 Jahre alte Mutter gefordert. Der dreifachen Mutter aus Sarstedt (Kreis Hildesheim) wird vor dem Landgericht Hildesheim vorgeworfen, im Oktober 2013 einen Jungen in der Toilette ihrer Wohnung geboren zu haben. Anschließend soll sie die Wasserspülung betätigt haben. Darin sieht die Anklage einen direkten Tötungsvorsatz. Der Verteidiger forderte einen Freispruch.

Ein Gutachter konnte nicht ausschließen, dass das Kind bereits bei der Geburt gestorben war. Deshalb geht die Staatsanwaltschaft von einer versuchten Tötung aus. Die Leiche des Neugeborenen hatte die Frau verpackt und verscharrt.

Der Staatsanwalt sieht als Motiv der Frau Angst vor der Reaktion ihres Ehemannes – das Kind soll aus einer flüchtigen Beziehung während einer Auslandsreise stammen. Die Schwangerschaft versuchte die Frau geheim zu halten. Einer Jugendamtsmitarbeiterin etwa habe sie ihren dicken Bauch mit zu vielem Essen erklärt. „Sie lehnten das Kind von Anfang an ab“, so die Staatsanwaltschaft.

Die Verteidigung stützt ihre Forderung nach einem Freispruch auf die Schilderungen seiner Mandantin, das Neugeborene habe weder Geräusche von sich gegeben, noch habe es sich bewegt.

Der Frau auf die Spur gekommen war die Polizei erst nach Hinweisen von Nachbarn: Ihnen war der flache Bauch der 32-Jährigen aufgefallen, sie vermissten aber das Kind. Erst nach einer gynäkologischen Untersuchung gab die Frau die Geburt zu und führte die Polizei zu dem verscharrten Leichnam.

dpa

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