Verbraucherschutzbericht

„Ekelzustände“ in vielen Lokalen

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Foto: In jedem dritten Restaurant: Der Verbraucherschutzbericht spricht von groben Mängeln bei der Hygiene.

Hannover - Wirkliche Gesundheitsgefahren finden sie in Restaurants sehr selten. Lebensmittelkontrolleure finden aber Hygienemängel bei jedem dritten Restaurant- und Imbissbesucht. Schmutzige Handtücher, gammeliger Thunfisch oder schlecht gekühlte Vorräte verderben den Appetit.

Die Lebensmittelkontrolleure sehen genauer hin – und was sie sehen, ist mitunter ekelerregend, wie der Präsident des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), Prof. Eberhard Haunhorst, es ausdrückt: Verdrecktes Geschirr, vergammelte Fischkonserven, schmutzige Handtücher oder von Bakterien übersäte Eiswürfel im Glas in jedem dritten Restaurant stellten die Prüfer im vergangenen Jahr Hygienemängel fest.

Gesundheitsgefährdend waren die wenigsten. Aber es sei wichtig, auch geringfügige Verstöße zu ahnden, sagte Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) am Freitag bei der Vorstellung des Verbraucherschutzberichts 2011 in Hannover. „Aus kleinen Mängeln können große Probleme werden.“

Derzeit stehen rund 112.000 Betriebe unter amtlicher Überwachung, 46.000 davon sind Dienstleister wie Restaurants, Kantinen oder Imbissbuden, die übrigen 44.000 sind Einzelhändler (vom Supermarkt bis zum Marktstand). 42 Prozent der Betriebe bekamen Besuch von Kontrolleuren. Überprüft wurden nicht nur Lebensmittel, sondern auch Kosmetika und Tabakprodukte.

Die Opposition forderte, die Verbraucher vorbeugend besser zu schützen und mehr Kontrolleure einzustellen. Die Grünen verlangten eine verbindliche Hygieneampel für die Gastronomie.

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