Finanzierung

Elbphilharmonie: Hamburg verzichtet auf Millionen-Forderungen

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Hamburg verzichtet auf Millionen-Forderungen gegenüber Hochtief.

Hamburg - Hamburg verzichtet auf Millionen-Forderungen gegenüber Hochtief. Die Kulturbehörde verteidigt den Vertrag mit Hochtief: wesentlich „geringere, auch finanzielle Risiken für die Stadt“.

Beim Bau der Elbphilharmonie verzichtet die Stadt Hamburg nach einem Bericht von „Spiegel Online“ auf erhebliche Schadensersatzforderungen gegenüber dem Baukonzern-Hochtief. Das gehe aus vertraulichen Aufsichtsratsunterlagen der städtischen Planungsgesellschaft ReGe hervor, die „Spiegel Online“ vorliegen.

Demnach bezifferte die ReGe-Führung die Ansprüche gegenüber Adamanta, dem Baukonsortium aus Hochtief und Commerzbank, Anfang Dezember 2012 auf „insgesamt ca. 244 Millionen Euro“. Dabei handele es sich vor allem um die erhebliche Baukostensteigerung plus Kosten für den Baustillstand. Nach den Unterlagen ging die ReGe davon aus, die Elbphilharmonie zu einem deutlich günstigeren Preis in Eigenregie fertigstellen zu können. Würde die Forderung gegenüber dem Hochtief-Konsortium mit einer „Quote der Schadensdurchsetzung von 50 bis 80 Prozent“ eingetrieben, käme am Ende auf die Stadt Hamburg noch eine Belastung von „ca. 72 bis 145 Millionen Euro“ zu.

Ende März hatte die Stadt mit Hochtief einen neuen Vertrag geschlossen, wonach der Baukonzern künftig sämtliche Risiken übernimmt und das Konzerthaus zum „Globalpauschalfestpreis“ von 575 Millionen Euro zu Ende baut. Inklusive aller Nebenkosten und -gebäude kostet die Elbphilharmonie inzwischen laut Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) insgesamt 789 Millionen Euro. Der Vertrag liegt derzeit der Hamburger Bürgerschaft zur Begutachtung vor und muss bis Ende Juni abgesegnet werden. Andernfalls könnte er hinfällig werden.

Die Kulturbehörde verwies am Freitag darauf, „dass alle groben Schätzungen über die Kosten des Weiterbaus der Elbphilharmonie in Eigenregie und den Erfolg der Stadt vor Gericht, mit sehr hoher Unsicherheit verbunden sind“. „Hinzu kommt, dass die Stadt bei einem Weiterbau in Eigenregie alle zukünftigen Risiken und Kosten hätte selber tragen müssen. Eine gerichtliche Auseinandersetzung hätte sowohl aufgrund der Höhe der beiderseitigen Forderungen als auch der Komplexität wahrscheinlich Jahrzehnte gedauert“, sagte Sprecher Enno Isermann der dpa. Der Senat habe sich daher entschlossen, einen Weg einzuschlagen, der „mit wesentlich geringeren, auch finanziellen, Risiken für die Stadt verbunden ist“.

dpa

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