Technische Universität Clausthal

Empörung nach Brief gegen Flüchtlingsheim

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Göttingen - Die Technischen Universität (TU) in Clausthal hat sich von den umstrittenen Aussagen vomInformatik-Professor Harald Richter distanziert. Der hatte sich in einem Brief an die Universität über ein geplantes Flüchtlingsheim beschwert – und damit für Empörung gesorgt.

Der Brief des Informatik-Professors Harald Richter von der Technischen Universität (TU) in Clausthal an Göttinger Sozialpolitiker gegen das geplante Flüchtlingswohnheim auf den Zietenterrassen hat für Empörung gesorgt. Von „tumbem Rassismus“, der den Wissenschaftsstandort Göttingen gefährde, spricht etwa der Göttinger Integrationsrat. Richter hatte in dem Schreiben, das mit seiner Dienstadresse versehen ist, argumentiert, dass ein „Asyl- und Flüchtlingswohnheim“ die Expansion der Wissenschaft und der Hochtechnologie auf den Zietenterrassen beende und Einrichtungen schade.

Christian Ernst, Sprecher der TU Clausthal, weist darauf hin, dass es sich bei dem Brief um Richters private Meinungsäußerung handele, die nicht die Meinung der Uni widerspiegele. Man sei stolz darauf, international zu sein. Ob der Brief Konsequenzen für Richter haben wird, stehe noch nicht fest. Die Angelegenheit werde geprüft. Auch die von Richter in dem Brief erwähnte Hochschule für Wissenschaft und Kunst und das Fraunhofer-Institut distanzieren sich entschieden von den Aussagen.

„Ich finde es unglaublich und geradezu ekelhaft, welche Positionen Herr Richter vertritt, und dann auch noch so tut, als spreche er im Namen von Unternehmen auf den Zietenterrassen und der Fachhochschule“, sagt Hans-Jürgen Kahlert, Geschäftsführer der Innovavent GmbH auf den Zietenterrassen.

Unterdessen hat die SPD-Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta ihre Anfrage an die Landesregierung zu dem Thema eingebracht. Sie berichtet von anonymen Mails, die sie erreicht haben. Darin werde sie als „Ausländerschlampe und Schlimmeres“ bezeichnet.

Von Michael Bakemeier

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