Zwischenfall wegen defekter Dichtung

AKW Emsland geht nach Leck wieder ans Netz

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Foto: Das Leck ist repariert. Ab Sonntag soll das AKW Emsland wieder ans Netz gehen.

Lingen - Das Atomkraftwerk Emsland musste nach einer Leckage für einige Tage vom Netz. Bereits am Sonntag soll es wieder Strom ins Netz speisen. Anti-Atomkraft-Initiativen fordern das Aus für den Meiler.

Das wegen einerLeckage vom Netz genommene Atomkraftwerk Emslandkann wieder angefahren werden. Nach abgeschlossener Reparatur und ordnungsgemäßer Prüfung werde der Meiler voraussichtlich am Dienstag wieder Strom einspeisen, sagte ein Sprecher von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Montag. Als Ursache des Lecks sei eine defekte Gehäuseabdichtung in einer Armatur zur Bestimmung des Borsäuregehaltes im Primärkreislauf festgestellt worden. Die Dichtung sei ausgetauscht, alle baugleichen Armaturen seien inspiziert worden, sagte der Ministeriumssprecher. Das Atomkraftwerk war am Freitag vom Netz genommen worden.

Nach dem Zwischenfall fordern Anti-Atomkraft-Initiativen das sofortige Aus für das Kraftwerk. Der Betreiber RWE und die Atomaufsicht in Hannover müssten es umgehend vom Netz nehmen, bevor es wegen fortschreitender Materialermüdung zu weiteren Pannen und Problemen komme, verlangten mehrere Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz. Der Meiler läuft seit 27 Jahren. In Niedersachsen sind derzeit noch zwei Atomkraftwerke am Netz: die Meiler Emsland in Lingen und Grohnde in Emmerthal bei Hameln. Das Werk Emsland soll 2022 als letzter niedersächsischer Atomreaktor abgeschaltet werden.

Der Betreiber RWE und die Atomaufsicht in Hannover müssten das Kernkraftwerk umgehend vom Netz nehmen, bevor es wegen fortschreitender Materialermüdung zu weiteren Pannen und Problemen komme, verlangten mehrere Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz. An dem 27 Jahre alten Reaktor habe es bereits 2012 Leckagen am Entwässerungs- sowie am nuklearen Abwasseraufbereitungssystem gegeben. 2013 sei es zu einem kleinen Feuer gekommen. Im November 2014 hatten die Initiativen nach eigenen Angaben eine Resolution zur sofortigen Stilllegung auf den Weg gebracht.

Nach Ansicht von Wenzel erfordern die älteren Anlagen gerade auch in der Restlaufzeit ein „besonderes Maß an Vorsicht“. „Unsere Prüfungen müssen dafür sorgen, dass die Sicherheit bis zur letzten Minute gewährleistet ist“. Das Werk Emsland soll 2022 als letzter niedersächsischer Atomreaktor vom Netz gehen.

Das Atomkraftwerk war am Freitag abgeschaltet worden. Der Vorfall habe nicht zu einer Gefährdung der Mitarbeiter, der Umgebung oder der Anlage geführt, sagte Lambertz. Alle Maßnahmen seien in Abstimmung mit Behörde und Gutachter erfolgt. Die Kleinstleckage sei wie zuvor vermutet an einer Probenahmeleitung des Primärkreises festgestellt worden. Das Vorkommnis werde gemäß den deutschen Meldekriterien in die Kategorie N (normal) eingestuft und der Behörde fristgerecht gemeldet.

dpa

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