H5N8-Virus in Niedersachsen

Erneut 10.000 
Tiere wegen Vogelgrippe getötet

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Foto: Auch im Kreis Cloppenburg bleiben die Höfer unter Beobachtung.

Meppen - Nach Entdeckung des zweiten Vogelgrippefalls in Niedersachsen suchen die Behörden im Emsland nach weiteren Fällen. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Auswertung der Proben“, sagte am Sonntag die Sprecherin des Landesamtes für Verbraucherschutz, Hiltrud Schrandt.

In dem betroffenen Entenmastbetrieb in Neubörger wurden noch am späten Sonnabend rund 10.000 Tiere getötet. Zuvor hatten Laboruntersuchungen dort das gefährliche H5N8-Virus nachgewiesen.

Der Geflügelwirtschaftsverband fürchtet in der Folge der Tierseuche weitreichende Folgen für die Tierhalter. Der Vorsitzende Friedrich-Otto Ripke mahnte die Politik, mit Augenmaß vorzugehen. Würde im gesamten Kreis Emsland ein Transportverbot verhängt, müssten rund drei Millionen Hähnchen länger als geplant in ihren Ställen bleiben – die Weihnachtsfeiertage, an denen nicht geschlachtet wird, würde das Transportverbot von drei auf fünf Tage verlängern. Das hätte nach Auffassung des früheren Agrar-Staatssekretär Ripke schwerwiegende Folgen: Die Tiere werden unter Umständen zu schwer für die Schlachtung. „Entsorgung eines wertvollen Lebensmittels wäre dann unvermeidbar.“ Bis Sonntagabend wurde ein Transportverbot nicht erlassen. Sollte es jedoch weitere positive Befunde geben, wären nach Angaben aus dem Agrarministerium weitergehende Maßnahmen wie ein Transportverbot nötig.

Im Umkreis von drei Kilometern um den Hof im Emsland wurden 18 weitere Geflügelbetriebe mit 170.000 Tieren gesperrt. Die Proben sollen nun zeigen, ob es auch hier mögliche Fälle von Vogelgrippe gibt. Geflügeltransporte in dem Bereich wurden untersagt. In einem Zehn-Kilometer-Radius wurden mehr als 200 Betriebe mit rund vier Millionen Tieren einer verstärkten Beobachtung unterstellt.

Zunächst war Anfang der Woche in Cloppenburg die neue Form der Vogelgrippe festgestellt worden. Dort mussten in der Folge insgesamt 120.000 Tiere getötet werden. „Beziehungen zwischen den beiden Fällen in Cloppenburg und im Emsland gibt es nach bisherigem Stand nicht“, sagte der Sprecher des Agrarministeriums in Hannover, Klaus Jongebloed, am Sonntag. Auf keinem der rund 60 Höfe im Umkreis des Betriebes in Cloppenburg wurden in der Folge Auffälligkeiten entdeckt. Ein Transportverbot war hier bereits Freitagabend aufgehoben worden. Das Verbot, neues Geflügel in die Ställe zu nehmen, gilt aber bis Mitte Januar weiter.

Von Michael Evers und Karl Doeleke

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