Gasaustritt möglich

Erneuter Zwischenfall bei Kaverne in Etzel

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Foto: Laut Betreiber ist die Kaverne mit 765 000 Kubikmetern Gas befüllt.

Hannover - Nach dem Ölunfall im ostfriesischen Etzel vor vier Monaten hat es beim Kavernenbetreiber IVG Caverns erneut einen sicherheitsrelevanten Zwischenfall gegeben. Diesmal ist ein unterirdischer Gasspeicher betroffen.

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) bestätigte am Donnerstag entsprechende Informationen dieser Zeitung. Eine Gefahr für die Bevölkerung oder die Umwelt bestehe nicht, sagte ein Sprecher der Aufsichtsbehörde. Die örtliche Bürgerinitiative sprach hingegen von einem „relativ massiven Zwischenfall“. Die betroffene Kaverne befinde sich in unmittelbarer Nähe des Ortes Etzel. Dort sind nach Angaben der Bürgerinitiative derzeit ungewöhnliche Arbeiten zu beobachten. Das Unternehmen wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Die Ermittlungen dauern an

40 000 Liter Öl sind vom Gelände des Kavernenspeichers in Etzel im November in die Umwelt gelangt. Die Staatsanwaltschaft Aurich hat noch immer keine heiße Spur. „Die Ermittlungen dauern an“, erklärte Oberstaatsanwalt Klaus Visser am Donnerstag. „Nach wie vor ist der Täter unbekannt.“ Auch eine Belohnung erbrachte nichts. Der Kavernenbetreiber IVG Caverns hatte 10 000 Euro für Hinweise auf den Täter ausgelobt. Hierauf habe es keine Reaktion gegeben, sagte Visser. Eine technische Ursache schließt er aus. Die Behörde ermittelt wegen Umweltstraftaten gegen unbekannt. doe

Vor vier Monaten waren bei IVG Caverns im Kreis Wittmund 40 000 Liter Öl aus einem nicht vollständig geschlossenen Ventil in die Umwelt gelangt. In der Folge wurden Gewässer über zehn Kilometer Länge mit Öl verunreinigt. Öl ist dieses mal nicht ausgelaufen. Allerdings droht im schlimmsten Fall Gas aus einem der riesigen unterirdischen Speicher auszutreten, da unter der Erde ein Förderstrang beschädigt ist, über den der unterirdische Speicher befüllt und entleert wird. Laut LBEG ist die Kaverne mit 765 000 Kubikmetern Gas befüllt. Es herrscht ein Druck von 130 bar. Halten die Ventile infolge des Schadens dem Druck nicht stand, kann das Gas aus dem Speicher ausströmen. Aktuell bestehe jedoch keine Gefahr, erklärte der Sprecher des LBEG. Es habe auch nie eine solche Gefahr bestanden.

In Etzel lagern in riesigen, aus einem Salzstock ausgespülten Hohlräumen Erdgas und Erdöl. 42 sogenannte Kavernen stehen im Kreis Wittmund als Erdgasspeicher zur Verfügung. In weiteren 24 Hohlräumen kann Erdöl gelagert werden. Derzeit wird der Standort ausgebaut. Am Ende soll es einmal 144 Kavernen geben. Diese sind über Pipelines an das europäische Energieversorgungsnetz angebunden. Vom 20 Kilometer entfernten Wilhelmshaven können Erdöl oder Erdgas verschifft werden. Energieunternehmen nutzen die Speicher, um Öl und Gas zwischenzulagern.

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