18 Senioren erkrankt

Erreger in Altenheim in Coppenbrügge ausgebrochen

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Foto: Mit Mundschutz bringen Rettungskräfte die erkrankten Senioren in die Klinik.

Coppenbrügge - Ein bislang noch nicht identifizierter Erreger hat 18 der 44 Bewohner des Seniorenpflegeheims „Rosenaue“ in Coppenbrügge krank gemacht. 17 Menschen wurden in drei Kliniken eingeliefert. Es handelt sich vermutlich um eine hochansteckende Lungeninfektion.

Zwei Patienten befinden sich nach Angaben des Notarztes Michael Rosteck in einem kritischen Zustand. Darunter sei eine Frau, die in akuter Lebensgefahr schwebe. Noch ist unklar, ob Viren oder Bakterien die Lungen der Senioren angegriffen haben. Das Gesundheitsamt hat das Pflegeheim gestern für Besucher gesperrt, Hygienemaßnahmen angeordnet und ein Duschverbot erlassen. Am Montag soll das Wasser in der Seniorenanlage untersucht werden.

„Wir können im Moment noch nicht sagen, was es ist“, sagt Dr. Hubert Topp, Chefarzt der internistisch-kardiologischen Abteilung des Sana-Klinikums. Die erkrankten Frauen und Männer im Alter von 72 bis 92 Jahren, die gestern mit einem Großaufgebot an Rettungs- und Notfallkrankenwagen in umliegende Kliniken gebracht worden sind, haben alle dieselben Symptome: Fieber, Luftnot und Husten. „Ich habe bei sämtlichen von mir untersuchten Patienten zudem auffällige Lungengeräusche festgestellt“, berichtet Notarzt Rosteck. Auch eine Legionelleninfektion ist denkbar, aber nach Meinung von Experten „nicht sehr wahrscheinlich“. Die Krankenhäuser in Hameln, Bad Münder und Springe haben Isolationszimmer eingerichtet.

Der Geschäftsführer der „Rosenaue“, Jens Clement, vermutet, dass der Erreger aus einer Klinik eingeschleppt wurde. „Letzte Woche ist eine 98-jährige Seniorin aus einem Krankenhaus entlassen worden. Sie war die Erste, die Symptome zeigte“, sagt Clement.

Ulrich Behmann

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