Ehemalige Kaserne in Oerbke

Erste Flüchtlinge in Lüneburg angekommen

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In der Notunterkunft in Oerbke sind die ersten Flüchtlinge angekommen.

Oerbke - In der Lüneburger Heide entsteht ein Drehkreuz für die Verteilung von Flüchtlingen im Norden. Die ersten Flüchtlinge sind an diesem Samstag eingezogen – einen Tag früher als geplant. Indessen treffen sich Vertreter von Bund und Ländern, um in Bad Fallingbostel über das weitere Vorgehen zu beraten.

Einen Tag früher als geplant sind am Samstag die ersten Flüchtlinge in die ehemalige Kaserne in Oerbke in der Lünebürger Heide eingezogen. Busse aus Braunschweig seien angekommen, sagte Antje Heilmann von den Johannitern, die die Betreuung in der Kaserne übernommen haben. Nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums sollten bis zum Abend 200 Flüchtlinge mit Bussen kommen.

In der Lüneburger Heide soll ein Drehkreuz für die Verteilung von Flüchtlingen in Norddeutschland entstehen. Vertreter von Bund und Länder wollten sich am Nachmittag in Bad Fallingbostel zu weiteren Gesprächen treffen. Ergebnisse seien am Samstag nicht zu erwarten, sagte Matthias Eichler vom Innenministerium.

Asylbewerber sollen direkt per Bahn von Österreich nach Bad Fallingbostel gebracht werden, dort in Busse umsteigen und auf die norddeutschen Länder verteilt werden. Die Notunterkunft in Oerbke verfügt über eine Aufnahme-Kapazität von 1400 bis 1500 Menschen. Die Infrastruktur in der bis vor kurzem bewohnten Kaserne sei super, sagte die Mitarbeiterin der Johanniter. Die Gebäude seien gut ausgestattet. Nur die Räumlichkeiten für die Registrierung und den medizinischen Check der Ankommenden hätten hergerichtet werden müssen.

Das Drehkreuz in Bad Fallingbostel sei noch in Vorbereitung, sagte Eichler. Wann die ersten Züge anrollten, sei noch offen. An diesem Wochenende wird mit bis zu 40000 neuen Flüchtlingen gerechnet, die mit dem Zug in München ankommen und in andere Bundesländer verteilt werden sollen. Genaue Zahlen weiß niemand.

Die Solidarität der Bürger mit den Flüchtlingen ist unverändert groß. Am mit rund 4000 Menschen extrem überfüllten Grenzdurchgangslager Friedland demonstrierten am Samstag rund 200 Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Mit Transparenten und Plakaten, auf denen Willkommensgrüße in verschiedenen Sprachen standen, versammelten sie sich am künftigen Friedland-Museum. Die vom Landkreis ausdrücklich genehmigte Solidaritäts-Demonstration mit den Flüchtlingen verlief nach Angaben der Polizei friedlich.

dpa

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