Winterwetter

Erste Tote durch Kälte in Deutschland

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Ab Mitte der Woche erwarten Meteorologen milderes Wetter.

Berlin - Der Winter wird in Deutschland zur tödlichen Falle: In Hessen erfror ein Obdachloser, der sich im Freien zum Schlafen gelegt hatte. Bis Donnerstag soll es zumindest in den Nächten weiter klirrend kalt bleiben.

Wer rodeln oder eine Schneeballschlacht machen will, muss sich sputen: Der Schnee schmilzt. Ob es bis zum Weihnachtsfest noch einmal bis ins Flachland schneit, ist offen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag in Offenbach mitteilte. Es bleibt aber bitterkalt mit zweistelligen Minusgraden in den Nächten. Hoch „Schorsch“ gewinnt mit klirrend kalter Luft aus dem Norden die Oberhand über Schneetief „Marie“, das Richtung Osten zieht. Noch ist es vielfach weiß in Deutschland.

In der Kälte starb im hessischen Rüsselsheim ein Obdachloser im Schlaf. Laut Polizei hatte sich der 38-Jährige in der Nacht zum Sonntag direkt vor der Tür eines Wohncontainers mit einem Schlafsack hingelegt – in dem Container war kein Platz mehr für ihn. Bereits am Sonnabend war in einem Berliner Hinterhof ein lebloser Mann entdeckt worden, der vermutlich erfroren war. Bei dem Toten in Kreuzberg handelt es sich vermutlich um einen Obdachlosen. Nach Polizeiangaben war zunächst unklar, woran der Mann starb.

Bundesweit gab es wegen des Wetters einige Verkehrsunfälle. Ausgerechnet Streusalz hatte zum Beispiel ein Lastwagen geladen, der auf einer glatten Straße in der Eifel ins Schlingern kam. Die Ladung ergoss sich auf eine Wiese – immerhin 25 Tonnen Streusalz, wie ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei in Simmerath berichtete, für die der Transport bestimmt war. Der Fahrer des Lastwagens blieb unverletzt. Auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld fielen Flüge aus oder verspäteten sich.

Auf dem 1141 Meter hohen Brocken im Harz wuchs die Schneedecke auf 60 Zentimeter. Der Deutsche Wetterdienst warnte am Montag in Teilen von Thüringen vor unwetterartigen Schneefällen. Zu Wochenbeginn lag der größte Teil Deutschlands unter einer geschlossenen Schneedecke – nur der Nordwesten blieb ausgespart. Der DWD meldete zum Beispiel acht Zentimeter Schnee in Saarbrücken, in Rostock lagen 14, in Berlin 12 und in Dresden 17 Zentimeter Schnee. In den Mittelgebirgen war die Schneedecke mindestens einen halben Meter dick.

Lange wird sich der winterliche Anblick in Deutschland nicht halten: Von Donnerstag an rechnen die Meteorologen mit milderen Wetter. „Von Frankreich her wird es spürbar wärmer“, sagte Ruppert. Die Niederschläge gehen wieder in Regen über, und am Sonntag herrschen tagsüber durchweg Plusgrade.

dpa/frs

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