Verhaftung im Vatikan

Erzbischof sammelte 100.000 Kinderpornos

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Rom - Von der Säuberungswelle von Papst Franziskus kommen immer mehr Details ans Licht: Der im Vatikan verhaftete katholische Erzbischof Josef Wesolowski soll auf seinem Computer mehr als 100.000 Daten mit kinderpornografischen Inhalten gehabt haben.

Das berichtet der Tagesspiegel.Am Donnerstag war im Vatikan erstmals ein hochrangiger Geistlicher verhaftet worden. Der ehemalige Papst-Botschafter in der Dominikanischen Republik wurde wegen Fluchtgefahr unter Hausarrest gestellt. Josef Wesolowski soll im Karibikstaat sieben Kinder sexuell missbraucht haben. Das Verfahren gegen den 66-Jährigen erfolge auf ausdrücklichen Wunsch des Papstes, hatte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi gesagt. Der Prozess soll Anfang 2015 beginnen, Wesolowski drohen bis zu sieben Jahren Haft.

EinenTag nach der Verhaftung von Wesolowski ordnete Papst Franziskus am Donnerstag die Absetzung eines belasteten Kirchenoberen in Paraguay an. Die Entscheidung, den Bischof von Ciudad del Este, Rogelio Ricardo Livieres Plano (69), abzusetzen, habe "seelsorgerische Gründe" und solle die Einheit der Kirche im südamerikanischen Staat bewahren.

Livieres Plano, der dem erzkatholischen Orden Opus Dei angehört, war vorgeworfen worden, seinen mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierten Generalvikar Carlos Urrutigoity geschützt zu haben. Daraufhin hatte der Bischof den Erzbischof in der Hauptstadt Asunción "homosexuell" genannt.

Dem aus Argentinien stammenden Generalvikar wird vorgeworfen, während eines Aufenthalts in den USA junge Seminaristen sexuell missbraucht zu haben. Der Vatikan hatte im Juli eine Delegation zur Untersuchung des Konflikts nach Paraguay entsandt.

dpa/r.

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