Mitarbeiter weigerten sich, zu arbeiten

Eurogate beurlaubt Straftäter

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Foto: 300 Eurogate-Angestellte hatten am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt, weil sie nicht mit einem wegen Kindesmissbrauch verurteilten Hafenmitarbeiter zusammenarbeiten wollten.

Bremerhaven - Das Unternehmen Eurogate hat einen wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Hafenarbeiter auf unbestimmte Zeit beurlaubt. Grund ist die Weigerung seiner Kollegen am Bremerhavener Containerterminal, mit ihm weiter zusammenzuarbeiten.

Am Dienstag hatten rund 300 Eurogate-Angestellte erneut die Arbeit niedergelegt, als der Mann zum Dienst erschien. Daraufhin beugte sich das Unternehmen dem Druck und stellte den Mann frei – „um den Betriebsfrieden nicht weiter zu gefährden und als Unternehmen handlungsfähig zu bleiben“, wie Eurogate-Arbeitsdirektor Andreas Bergemann am Mittwoch erklärte.

Der 37-jährige Hafenarbeiter verbüßt derzeit eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten, weil er seine zehnjährige Stieftochter sexuell missbraucht hat. Als Freigänger will er jedoch weiter an seinem alten Arbeitsplatz erscheinen. Eurogate hatte ihm gekündigt, weil die Belegschaft sich weigert, mit dem Mann zusammenzuarbeiten. Gegen diese Kündigung setzte er sich jedoch vor Gericht erfolgreich zur Wehr.

Am Dienstag wurde er von Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes an seinen Arbeitsplatz begleitet. Dennoch musste der Versuch nach einer knappen Stunde abgebrochen werden – nachdem Eurogate die Belegschaft sechsmal aufgefordert habe, weiterzuarbeiten, wie Bergemann betonte. Einen ähnlichen Vorfall hatte es bereits Ende Juni gegeben. Beide Male ruhte der Umschlag am zweitgrößten deutschen Containerhafen.

Seinen Lohn erhält der 37-Jährige weiter. Eurogate will nun in der zweiten Instanz die ursprüngliche Kündigung des Mitarbeiters durchsetzen.

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