Rekordsumme

Eurojackpot mit 90 Millionen Euro geknackt

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Geknackt: Der 90-Millionen-Eurojackpot.

Helsinki - Elfmal in Folge wurde der Eurojackpot nicht geknackt. Nun fließen 90 Millionen Euro an einen Glückspilz nach Tschechien. In Thüringen fehlt einem Lottospieler die zweite richtige Eurozahl zum Rekordgewinn. Er bekommt 7,6 Millionen Euro.

Der Rekord-Eurojackpot mit 90 Millionen Euro ist im zwölften Versuch geknackt worden: Ein noch unbekannter Spieler aus Tschechien tippte die richtigen Zahlen und gewann den Riesentopf. Den auf mehr als 22 Millionen Euro angewachsenen Jackpot in der zweiten Gewinnklasse teilen sich drei Spieler aus Thüringen, Spanien und Litauen. Sie verpassten den Hauptgewinn, weil sie zwar fünf Richtige hatten, aber nur eine der zwei Eurozahlen. Dennoch können sie sich über immerhin jeweils 7,6 Millionen Euro freuen, wie Westlotto mitteilte.

Die Gewinnzahlen 12-14-18-38-46 sowie die zwei auch Eurozahlen genannten Zusatzzahlen 9 und 10 waren am Freitagabend in Helsinki gezogen worden. Noch habe sich der Jackpot-Knacker aus Tschechien nicht gemeldet, sagte ein Sprecher des Glücksspielunternehmens Sazka in Prag. Dafür habe er oder sie 35 Tage Zeit. Wer der Glückliche ist, könnte für immer ein Geheimnis bleiben. So will es das strenge tschechische Lotteriegesetz. „Unsere Priorität ist es, die Identität des Gewinners zu schützen“, sagte Sazka-Sprecher Vaclav Friedmann.

Nähere Informationen zu dem Gewinner aus Thüringen kann die dortige Lotteriegesellschaft laut Westlotto frühestens am Montag bekanntgeben. Die gleiche Gewinnsumme von 7,6 Millionen Euro ging an einen Spieler in der Nähe von Barcelona. „Der Gewinner dürfte einer von meinen Stammkunden hier in unserem Viertel gewesen sein“, sagte der Betreiber der Verkaufsstelle, José Luis Molina Mateos.

Der ebenfalls unbekannte litauische Glückspilz hatte den Tippschein in der zweitgrößten Stadt Kaunas gekauft, teilte die Lottogesellschaft in Vilnius mit.Er streicht den höchsten Gewinn in der Lottogeschichte des baltischen Landes ein.Lottogewinne müssen in Deutschland, Litauen und auch Tschechien nicht versteuert werden, anders als etwa in der Schweiz. „Der Spieler bekommt also die volle Summe“, bestätigte Lotteriesprecher Friedmann in Prag. In Tschechien ist der Höchstgewinner sogar Milliardär. Denn die Summe von 90 Millionen Euro wird in der Landeswährung ausgezahlt - umgerechnet 2,4 Milliarden Kronen. Der Eurojackpot wird in dem EU-Mitgliedsland erst seit gut sieben Monaten angeboten, insgesamt nehmen an der europäischen Lotterie 16 Länder teil.

Wahrscheinlichkeit bei 1 zu 95 Millionen

In tschechischen Internetforen wurde eifrig über drohenden Neid und allgemeine Missgunst diskutiert. Ein Leser der Zeitung „Pravo“ empfahl dem unbekannten Glückspilz: „Er sollte es geheimhalten - auch vor der eigenen Familie.“ Ein anderer Internet-User warnte, der Kronen-Milliardär solle sich vor der Mafia in Acht nehmen, die Schutzgeld verlangen könnte. Es sei schließlich keine kleine Summe. Wieder andere sind skeptisch, ob der Gewinn wirklich ausgezahlt wird: „Das ist nur eine Lügenreklame“, meinte ein Leser des Boulevardblatts „Blesk“.

Die Nachricht vom spektakulären Lottogewinn verdrängte in Tschechien sogar kurzfristig das andere Topereignis des Wochenendes aus den Nachrichten: die Eishockey-Heim-WM. Mit dem Rekordgewinn ist auch die bisherige Eurojackpot-Bestmarke von 61,2 Millionen Euro geknackt, die im September 2014 einen Finnen reich machte. Deutsche Tipper kamen in dem Lotteriespiel bislang nicht über einen Einzelgewinn von 58,7 Millionen Euro hinaus. Anders als beim deutschen Traditionsspiel 6 aus 49 wird beim Eurojackpot auf 5 aus 50 und 2 aus 10 Zahlen getippt. Die Wahrscheinlichkeit, den höchsten Jackpot zu knacken, liegt bei 1 zu 95 Millionen.

Den bislang höchsten Einzelgewinn in Europa strich 2012 ein Ehepaar aus England ein. Es gewann bei der Lotterie Euro Millions 190 Millionen Euro. Im gleichen Jahr wurde der weltweit größte Jackpot der Lotto-Geschichte in den USA geknackt: Die Summe von 656 Millionen Dollar (nach damaligem Kurs 491 Millionen Euro) verteilte sich auf Gewinnscheine in drei Bundesstaaten.

dpa

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